Zürcher Stadtrat plant Kultur und Gewerbe in den alten Zeughäusern
Der Zürcher Stadtrat hat am Dienstag das neue Nutzungskonzept für die Zeughäuser auf dem Kasernenareal präsentiert. Die Pläne setzen auf eine soziale Durchmischung - und kosten einen Haufen Geld.
(Keystone-SDA) Die Zürcher Stadträte Daniel Leupi (Grüne) und André Odermatt (SP) präsentierten am Dienstag die Pläne des Stadtrats für ein markantes Areal in der Zürcher Innenstadt. Das Nutzungskonzept für die Zeughäuser auf dem Kasernenareal sieht vor, einen grossen Teil der historischen Bausubstanz für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
«Wir streben eine am Gemeinwohl orientierte Nutzung an, keine hoch kommerzielle», hielt Finanzvorsteher Daniel Leupi fest. Ziel sei es, Räume zu schaffen, die der Quartierbevölkerung und der gesamten Stadt dienen. Damit folgt der Stadtrat der politischen Leitlinie, das Kasernenareal als einen Ort der Begegnung und des Austauschs zu bewahren.
Bausubstanz als Herausforderung
Die bauliche Ausgangslage ist anspruchsvoll. «Bei den Zeughäusern handelt es sich um einfache, unbeheizte Zweckbauten, die in einem schlechten Zustand sind», sagte Odermatt. Die Gebäude wurden über Jahrzehnte hinweg militärisch genutzt und nie auf einen modernen energetischen oder nutzerfreundlichen Standard gebracht. Bevor das neue Leben einziehen kann, müssen die Hüllen instand gesetzt und für die künftigen Anforderungen ertüchtigt werden.
Ein besonderes Sorgenkind ist dabei der geschichtsträchtige Waffensaal. Dieser Gebäudeteil gilt als eines der wertvollsten architektonischen Elemente des gesamten Ensembles. Sein Zustand wird jedoch als äusserst schlecht eingestuft, was eine umfassende und ganzheitliche Instandsetzung unumgänglich macht.
Kultur und Gastronomie im Zentrum
In den Zeughäusern 3 und 4, die als Zentrum des künftigen Areals fungieren sollen, sieht das Konzept eine kulturelle Nutzung vor. Diese soll eng mit einem Gastronomie-Angebot verzahnt werden.
Das Nutzungskonzept ist ein entscheidender Schritt in der langjährigen Geschichte des Kasernenareals, das seit dem Abzug des Militärs und der Übergabe im Baurecht vom Kanton an die Stadt im Fokus der Stadtplanung steht. Das weitere Vorgehen sieht vor, dass basierend auf diesem Konzept die konkreten Architekturwettbewerbe und Planungen vorangetrieben werden.
Der bereits genehmigte Projektierungskredit von 6,4 Millionen Franken wird bei Weitem nicht ausreichen. Der Stadtrat hat beschlossen, ihn um 13,6 Millionen Franken zu erhöhen. Zum derzeitigen Stand rechnet die Stadt mit Kosten von knapp 200 Millionen Franken für die Umsetzung des Projekts. Der Kanton wird sich mit maximal 30 Millionen Franken an den Kosten beteiligen.
2028 soll die Vorlage im Gemeinderat behandelt und den Stimmberechtigten an der Urne vorgelegt werden. Stimmen diese zu, könnte 2029 der Baubeginn erfolgen. Mit einem Bezug der renovierten Zeughäuser ist frühestens 2034 zu rechnen.