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Waadtländer Zoo Servion muss Tigerdame Tinka einschläfern

Keystone-SDA

Die Amurtigerdame Tinka ist im Zoo von Servion VD im Alter von 23 Jahren eingeschläfert worden. Die Grosskatze litt nach Angaben des Tierparks zuletzt zunehmend unter den Folgen ihres hohen Alters und der starken Hitze.

(Keystone-SDA) Tinka habe bis zuletzt gefressen und ihre Tage ruhig verbracht, teilte der Zoo Servion am Donnerstag mit. In den vergangenen Wochen habe sie sich jedoch immer weniger bewegt und zunehmend an Kraft verloren. Nach Beratungen zwischen der Direktion, dem Pflegepersonal und der Tierärztin sei entschieden worden, sie einzuschläfern und ihr unnötiges Leiden zu ersparen.

Mit 23 Jahren erreichte Tinka ein aussergewöhnlich hohes Alter. In freier Wildbahn werden Amurtiger oder Sibirische Tiger in der Regel 13 bis 14 Jahre alt, in Zoos etwa 18 bis 20 Jahre.

Tinka war im November 2004 im Alter von eineinhalb Jahren nach Servion gekommen. Dort lebte sie zunächst mit dem Tiger Zeus zusammen. Später teilte sie ihr Gehege während vieler Jahre mit dem Tiger Oural, der im November 2021 starb.

Neues Tigerpaar geplant

Der Zoo Servion hält damit vorläufig keine Sibirischen Tiger mehr. Nach dem Tod Ourals hatte der Koordinator des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms empfohlen, Tinka wegen ihres hohen Alters nicht mehr mit einem neuen Männchen zusammenzuführen.

Die Zooleitung plant jedoch, künftig erneut ein Tigerpaar aufzunehmen. Zunächst sollen die Innenboxen vergrössert werden. Das Baugesuch soll im Herbst öffentlich aufgelegt werden. In einem weiteren Schritt ist auch eine Vergrösserung oder Verdoppelung des Aussengeheges vorgesehen.

Der Zoo will beim europäischen Zuchtprogramm ein genetisch kompatibles Paar beantragen. Ziel sei es, Nachwuchs zu züchten, der später möglicherweise ausgewildert werden könne.

Vom Aussterben bedroht

Der Amurtiger gilt als vom Aussterben bedroht. In freier Wildbahn leben nach Angaben des Zoos weniger als 750 Tiere.

Dank Schutzbemühungen hat sich der Bestand in den vergangenen Jahrzehnten jedoch etwas erholt. In den 1930er-Jahren war dieser durch unkontrollierte Jagd und Zerstörung des Lebensraums auf einen Tiefststand von weniger als 50 Tieren in freier Wildbahn eingebrochen.

Heimisch ist die gestreifte Grosskatze Amur-Region im Fernen Osten Russlands und im angrenzenden Nordosten Chinas. Mit einer Kopfrumpflänge von bis zu 290 Zentimetern und einem Gewicht von bis zu 325 Kilogramm bei Männchen sind Sibirische Tiger die grössten Raubkatzen.

Der Tierpark Servion hält die Art seit 1981. In der Deutschschweiz können Tierliebhaber Amurtiger im Zoo Zürich und Walter Zoo in Gossau SG bewundern. Der Zoo Basel hält bereits seit 1999 keine Tiger mehr.

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