Winterthurer Polizei versteigert Wohnmobil für 2504 Franken
Die Stadtpolizei Winterthur hat am Freitag ein herrenloses Wohnmobil für 2504 Franken versteigert. Der neue Besitzer oder die neue Besitzerin liebt offensichtlich Überraschungen, denn ob es noch fährt, ist unklar. Zum Schluss kam es zu einem wilden Wettbieten.
(Keystone-SDA) Das Wohnmobil, das von der Stadtpolizei Winterthur auf Ricardo angeboten wurde, steckt voller Überraschungen: Kein Schlüssel, keine Fahrzeugpapiere, keine Angaben zur Fahrtauglichkeit – hat da jemand die Katze im Sack gekauft? Einige Bieter schien das nicht zu stören. In den letzten Minuten der Auktion kam es zu einem wilden Wettbieten. Um mehrere hundert Franken stieg das Höchstgebot noch.
Bisheriger Besitzer verstorben
In einer Medienmitteilung schrieb die Stadtpolizei vor einigen Tagen: «Beim Fahrzeug handelt es sich um ein Wohnmobil des Typs Fiat Ducato, erste Inverkehrsetzung am 7. Dezember 1990. Es stand seit rund einem Jahr auf einem Privatparkplatz in Winterthur, der von der Stadtpolizei vermietet wird.»
Der bisherige Besitzer des Wohnmobils sei verstorben. Über dessen Erbschaft sei der Konkurs eröffnet und mangels Aktiven wieder eingestellt worden. Das Konkursamt habe das Fahrzeug daraufhin aus der Konkursmasse freigegeben. «Da vom mutmasslichen Eigentümer keine Eigentumsrechte innert der Frist von 20 Tagen angemeldet wurden, wird davon ausgegangen, dass darauf verzichtet wird.» Das Wohnmobil gelte als herrenlos und könne somit versteigert werden.
Eine technische Prüfung durch die Stadtpolizei gab es vor der Versteigerung nicht. Einzig der äusserlich erkennbare Zustand war bekannt. Der Käufer muss sich die Sache nicht nur wegen des fragwürdigen Zustands des Wohnmobils gut überlegt haben. Denn er muss das Fahrzeug selber antransportieren und müsste eine Strafe von 1000 Franken bezahlen, falls er es nicht innert zwei Wochen abholt.