Hubble-Mission: Weltraumspaziergang von Nicollier und Foale erfolgreich beendet
Der Schweizer Astronaut Claude Nicollier (r.) und sein US-Kollege Michael Foale (l.) haben in der Nacht zum Freitag (23.12./MEZ) ihre mehr als achtstündige Reparaturmission im Weltall beendet. Das Weltraumteleskop Hubble wurde erfolgreich "aufgerüstet".
Der Schweizer Astronaut Claude Nicollier (r.) und sein US-Kollege Michael Foale (l.) haben in der Nacht zum Freitag (23.12./MEZ) ihre mehr als achtstündige Reparaturmission im Weltall erfolgreich beendet. Wie das Kontrollzentrum im texanischen Houston mitteilte, setzten die beiden Astronauten einen neuen Zentralrechner in das Weltraumteleskop Hubble. Gleichzeitig ersetzten sie einen von drei Steuersensoren.
Mühsame Montage
Besonders der Austausch des 215 Kilogramm schweren Sensors bereitete Nicollier grosse Schwierigkeiten. Er musste mehrmals neu ansetzen, bevor das Modul an seinem Platz war. Um 04.06 Uhr (MEZ) kehrten Foale und Nicollier in die Raumfähre zurück.
Nach Angaben der Nasa absolvierten die beiden Astronauten den drittlängsten Weltraumspaziergang in der Geschichte der bemannten Raumfahrt. Die Bodenkontrolleure begrüssten sie mit dem Lob: “exzellente Arbeit, die Herren.”
Erster Weltraumspaziergang Nicolliers
Es handelte sich um Nicolliers ersten Aufenthalt im leeren Raum. Damit hat jetzt auch die Europäische Raumagentur ESA, für die der Waadtländer tätig ist, “Spaziergang-Erfahrung”. Nicollier beschrieb das Erlebnis mit den Worten “wundervoll, schön”. Zu diesem Zeitpunkt schwebte er gerade 600 Kilometer über Australien.
Im Bodenzentrum sorgte ein CO2-Fehlalarm allerdings für kurzzeitige Panik. Ein offenbar defektes Messgerät zeigte plötzlich einen rasch ansteigenden Kohlendioxid-Gehalt in Nicolliers Raumanzug an. Über Funk konnte sich die Crew aber überzeugen, dass es sich um einen Fehlalarm handelte.
Jahrelange Tests
Mit dem neuen, leistungsfähigeren Zentralrechner soll Hubble 20 Mal schneller rechnen können als bisher und sechs Mal mehr Daten speichern können. Ausserdem soll der Wartungsaufwand für das Weltraumteleskop drastisch schrumpfen. Der Rechner, dessen Entwicklung umgerechnet über zehn Millionen Franken gekostet hat, wurde jahrelang getestet, ob er widerstandfähig gegen die sogenannte Weltraumstrahlung ist, die elektronischen Bauteilen gefährlich werden kann. Nach Einschätzung der NASA-Techniker scheint neue Rechner voll funktionsfähig zu sein.
Am Mittwoch (22.12.) hatte die Besatzung der Disvovery bereits sechs neue Steuergeräte – sogenannte Gyroskope – installiert. Die Gyroskope und Steuersensoren arbeiten mit einer solchen Präzision, dass sie zum Beispiel in der Lage wären, einen Laserstrahl von Washington aus auf eine Münze von einem halben Zentimeter Durchmesser zu richten, die sich in New York befindet. Am 27. Dezember soll die Raumfähre “Discovery” auf die Erde zurückkehren.
SRI und Agenturen
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