Zwei Blöcke kämpfen um die Mehrheit in der Berner Regierung
Die Bernerinnen und Berner entscheiden am 29. März, wer künftig die Geschicke des Kantons leiten wird. Zwei Blöcke konkurrieren um die Mehrheit in der Kantonsregierung: Das bürgerliche Bündnis mit SVP, FDP und Mitte sowie das rot-grüne Lager mit SP und Grünen.
(Keystone-SDA) Sicher ist, dass sich die Zusammensetzung des Regierungsrats stark verändern wird. Drei der sieben Regierungsmitglieder treten nicht mehr an: Der SVP-Mann Christoph Neuhaus, der Sozialdemokrat Christoph Ammann und die Grüne Christine Häsler.
Das rot-grüne Lager versucht die 2016 verlorene Mehrheit zurückzuerobern. Auf dem Viererticket sind SP-Regierungsrätin Evi Allemann, der SP-Stadtpräsident von Tramelan Hervé Gullotti, der SP-Stadtpräsident von Langenthal Reto Müller sowie die grüne Nationalrätin Aline Trede.
Das bürgerliche Lager schickt gleich fünf Kandidierende ins Rennen, darunter drei Bisherige: Astrid Bärtschi (Mitte), Pierre Alain Schnegg (SVP) und Philippe Müller (FDP). Hinzu kommen zwei weitere SVP-Kandidaten, der Thuner Stadtpräsident Raphael Lanz und Zollikofens Gemeindepräsident Daniel Bichsel.
Dreikampf im Berner Jura
Drei Kandidaten bewerben sich um den für den Berner Jura reservierten Sitz: Schnegg, Gullotti und der EVP-Grossrat Tom Gerber. Die Person, die den französischsprachigen Teil des Kantons vertritt, entscheidet häufig über die Mehrheitsverhältnisse im Regierungsrat.
Die Linke setzt auf Hervé Gullotti, um den Sitz zurückzuerobern, den Pierre Alain Schnegg seit 2016 innehat. SP und Grüne haben beschlossen, eine gemeinsame Kandidatur zu präsentieren. Um gewählt zu werden, muss der Kandidat aus dem Berner Jura die absolute Mehrheit sowie das beste geometrische Mittel erreichen.
Bisherige im Vorteil
Theoretisch könnte der Regierungsrat zwei frankophone Mitglieder haben, doch Beobachter halten dieses Szenario für eher unwahrscheinlich. Hervé Gullotti glaubt dennoch, auch als zweiter Romand gewählt werden zu können. Die Wiederwahl von Pierre Alain Schnegg sowie jener der anderen bisherigen Regierungsräte gilt als wahrscheinlich.
Der Wegzug von Moutier könnte der SVP zugutekommen, da die Wählerschaft der Stadt eher links orientiert ist. Andererseits tritt die Sozialdemokratie im Berner Jura, die früher durch die Jurafrage gespalten war, nun geschlossen auf.
Im aktuellen Regierungsrat hält die SVP zwei Sitze, die SP zwei, die Grünen einen, die FDP einen und die Mitte einen. Erreichen nicht genügend Kandidierende das absolute Mehr, kommt es am 3. Mai zu einer Stichwahl.
Begehrte Parlamentssitze
Für die Wahlen zum Grossen Rat wurde trotz des Wegzugs von Moutier ein neuer Rekord an Kandidaturen verzeichnet: 2261 Personen bewerben sich um die 160 Sitze.
Derzeit ist die SVP mit 44 Sitzen die stärkste Partei. Es folgen die SP (34), die Grünen (18), die FDP (18), die Grünliberalen (16), Die Mitte (12), die EVP (9), die EDU (7), die Alternative Linke (1) sowie die Parteilose Madeleine Amstutz.
Zum ersten Mal werden am Wahltag Hochrechnungen veröffentlicht, zusätzlich zu den Zwischenergebnissen für Regierungsrat und Grossen Rat. Diese Neuerung ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit zwischen der Staatskanzlei und dem Forschungsinstitut gfs.bern.