Zwei Dutzend Notabfischungen wegen Trockenheit in Graubünden
Die Bündner Regierung hat in ihrer Antwort auf eine Anfrage von SP-Grossrat Martin Kreiliger festgehalten, dass es aufgrund der grossen Trockenheit im Sommer zu zwei Dutzend Notabfischungen in diversen Seitengewässern kam. Rund 5000 Fische wurden umgesiedelt.
(Keystone-SDA) Für mehrere hundert Fische kam jedoch jede Rettung zu spät, wie die Bündner Regierung in der am Montag veröffentlichten Antwort auf die Anfrage von Grossrat Kreiliger schreibt. «In den Fliessgewässern und Grundwasserträgern waren die Pegelstände in den meisten Einzugsgebieten – ausgenommen das Oberengadin auf rekordtiefem Niveau», hielt die Regierung fest. Ein Fischsterben wegen zu hoher Wassertemperaturen sei aber nicht festgestellt worden.
Generell stark, aber mit deutlichen regionalen Unterschieden, waren gemäss Regierungsantwort die Land- und Alpwirtschaft von der Trockenheit betroffen. Diese habe zu Mindererträgen bei der Futterernte zwischen 10 bis über 30 Prozent und zu über 30 vorzeitigen Entladungen von Alpen – der frühzeitigen Rückkehr von Vieh ins Tal – geführt.
Etwa gleich viele Alpen stellten Gesuche um Verlängerung der Sömmerungszeit, um die Ertragsverluste im Tal mindestens teilweise zu kompensieren. Als Sofortmassnahmen haben der Bund und die Kantone die Vorgaben zu den Direktzahlungen gelockert, Futtermittelzölle reduziert und die Mittel für die Betriebshilfedarlehen erhöht.
Die Situation sei aber eher weniger prekär als in anderen Kantonen gewesen. «Sie ist und bleibt jedoch angespannt.» Je nach Entwicklung der Niederschläge in den nächsten Monaten könnte sie sich in der Landwirtschaft, beim Schutzwald und bei der Wasserversorgung noch erheblich verschärfen», bilanzierte die Bündner Regierung.
Mehr Swissinfo-Artikel in Ihren Google-Ergebnissen sehen. Weitere Informationen