AEW Energie AG steigert Gewinn deutlich – mehr Geld für Kanton
Der Aargauer Energieversorger AEW Energie AG hat im Geschäftsjahr 2025 ein Unternehmensergebnis von 159,7 Millionen Franken erzielt. Damit fällt das Resultat deutlich höher aus als im Vorjahr. Der Kanton Aargau soll eine Ausschüttung von 53 Millionen Franken erhalten.
(Keystone-SDA) Die Gesamtleistung der AEW Gruppe betrug 833,1 Millionen Franken. Das sind 4,2 Prozent weniger als im Vorjahr. das Unternehmensergebnis der Gruppe liegt bei 161,5 Millionen Franken. Das operative Betriebsergebnis (Ebit) hingegen stieg um 22,8 Prozent auf 131,4 Millionen Franken. Die Ebit-Marge lag mit 15,8 Prozent leicht über dem Vorjahresniveau.
Damit habe das Unternehmen das dritte erfolgreiche Jahr hinter sich, sagte CFO Daniel Bader an der Medienkonferenz am Mittwoch. Sowohl das Unternehmensergebnis der Gruppe wie auch der AEW Energie AG sei geprägt durch die Axpo-Dividenden in der Höhe von 94 Millionen Franken und die Wertberichtigung beim Kraftwerk Rhyburg-Schwörstadt. Auch die Investitionen in die Netze, der Ausbau erneuerbarer Energien sowie Effizienzsteigerungen hätten zum guten Ergebnis beigetragen.
Enttäuschung über geplatzten Windpark ist gross
Verwaltungsratspräsident Raffael Schubiger blickte an der Medienkonferenz generell auf das abgelaufene Jahr zurück: Das AEW Dekret habe das Jahr geprägt. Es regelt den Leistungsauftrag des Unternehmens. Der Stromversorger darf sich nicht mehr an privaten Firmen beteiligen. Im Juni wurde das Dekret angepasst.
Ein schmerzhafter Punkt sei die Ablehnung des Windparks Lindenberg, sagte Schubiger. Es war an der Grenze zwischen Hitzkirch LU und Beinwil Freiamt geplant. «Wir sind enttäuscht, hat die Gemeindeversammlung das Vorhaben abgelehnt.» Man habe den Windpark 15 Jahre geplant und müsse nun vier Millionen Franken abschreiben.
Man werde sich nun weiteren Windkraftprojekten widmen. Zudem prüfe man die Nutzung von Tiefengeothermie für die Strom- und Wärmeproduktion, ergänzte CEO Marc Ritter. Weitere Ideen seien der Bau von Photovoltaikanlagen über landwirtschaftlichen Flächen sowie der Bau von solchen Anlagen in höheren Lagen, da es dort weniger neblig ist als im Flachland.
Firma plant Investitionen von 1,1 Milliarden
In den nächsten sieben Jahren plane das Unternehmen Investitionen von 1,1 Milliarden Franken ergänzte CFO Bader. Der Fokus liege auf dem Betriebsnotwendigen, wie etwa dem neuen Hauptsitz an der Bahnhofstrasse. Hier sollen zwei Standorte zusammengeführt werden. Geplant sei auch die Erneuerung der Regionalzentren, vor allem jenes in Lenzburg.
Die AEW Energie AG ist die grösste Stromversorgerin im Kanton. Sie ist selbstständig, gehört aber zu 100 Prozent dem Kanton Aargau.