Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Sind Sie bereits pensioniert oder überlegen Sie noch, wie und wo Sie Ihren Ruhestand verbringen möchten? Jedes Jahr listet der «Global Retirement Index» die Länder nach dem Wohlergehen der Menschen, die bereits im Ruhestand sind. Die Schweiz schneidet dabei generell gut ab – doch es gibt ein «aber».
Ich wünsche Ihnen eine gute Lektüre
Ist die Schweiz ein Land für Rentnerinnen und Rentner? Ja, aber weniger als früher. Im «Global Retirement Index», der das Wohlergehen von Menschen nach dem Berufsleben misst, rutschte die Schweiz 2026 auf den vierten Platz ab, nachdem sie 2024 noch auf dem ersten und 2025 auf dem dritten Platz war.
Das Podest des von der Vermögensverwaltungsgesellschaft «Natixis Investment» erstellten Rankings wird von Norwegen angeführt, gefolgt von Irland und den Niederlanden. Die Fachleute des französischen Finanzinstituts vergeben ihre Bewertungen anhand von Teilindizes, die sich auf Rentenfinanzen, materielles Wohlergehen, Gesundheit und Lebensqualität konzentrieren.
Bei der Gesundheit schneidet die Schweiz sehr gut ab: Sie klettert dieses Jahr drei Ränge hoch und erreicht Platz zwei hinter Luxemburg. Bei der Lebenserwartung liegt sie laut Blick sogar an der Spitze. Die Kehrseite der Medaille sind die Gesundheitskosten. 39% der Befragten in der Schweiz bezeichnen diese als die grösste finanzielle Belastung, während der weltweite Durchschnitt bei 27% liegt.
Der deutlichste Rückgang der Schweiz betrifft ausgerechnet das materielle Wohlergehen, in dem sie nur den 15. Platz erreicht. Die Studie nennt namentlich die Verschlechterung der Lage auf dem Arbeitsmarkt infolge der US-Zölle und des starken Frankens. Bei der Lebensqualität für Rentnerinnen und Rentner belegt die Schweiz den achten Platz. Bei den Rentenfinanzen – jenem Teilindex, der die wirtschaftliche Solidität, die makroökonomische Stabilität und die institutionelle Sicherheit des Umfelds misst, in dem Rentnerinnen und Rentner leben und ihre Leistungen erhalten – fällt sie vom zweiten Platz im Jahr 2025 auf den dritten zurück.
Extreme Wetterereignisse und Trockenheit prägten den Sommer 2026 in der Schweiz und setzten die Landwirtschaft unter Druck. Die Gesellschaft Hagel Schweiz hat eine Schätzung der durch diese Situation verursachten Ernteschäden veröffentlicht.
Die Monate April und August waren die trockensten und heissesten seit Beginn der Messungen im Jahr 1901. Dies führte zu erheblichen Ernteausfällen. Hinzu kamen heftige Gewitter mit Hagel, welche die Ernten in weiten Teilen des Landes beschädigten.
Es werden 5800 Schadenmeldungen von betroffenen Landwirtinnen und Landwirten erwartet, was einem Gesamtschaden von 59,2 Millionen Franken entspricht. Hagel ist für 48% der Schäden verantwortlich, Trockenheit für 45%.
Zum Vergleich: Im selben Zeitraum belief sich der Schaden 2025 auf 20,9 Millionen Franken und 2024 auf 38,6 Millionen Franken. «Die diesjährige Trockenheit zeigt deutlich, wie stark die Landwirtschaft unter den Folgen des Klimawandels leidet», betont Hagel Schweiz.
Die Herbstsession des Parlaments geht weiter. Die heute getroffenen relevanten Entscheidungen betreffen unter anderem Einbürgerung, Weltraum, Ausschreitungen bei Demonstrationen und die Marke «Swiss Made».
Wie bereits der Nationalrat im April hat sich heute auch der Ständerat bei zwei Enthaltungen gegen die Demokratie-Initiative ausgesprochen – mit 34 zu 9 Stimmen. Diese verlangt eine Halbierung der derzeitigen zehnjährigen Wohnsitzdauer in der Schweiz für den Erwerb der Schweizer Staatsbürgerschaft. Entgegen dem Willen des rot-grünen Lagers wurde zudem beschlossen, keinen Gegenvorschlag zur Initiative auszuarbeiten.
Der Nationalrat hat ohne Gegenstimme ein neues Raumfahrtgesetz verabschiedet, das unter anderem erstmals die Betriebsanforderungen für Schweizer Satelliten regelt und somit im Weltraum für mehr Ordnung sorgen soll.
Auch der Ständerat folgte der grossen Kammer und stimmte einer Motion zu, die es öffentlichen Stellen erlaubt, bei schweren Ausschreitungen und Gewaltakten während Demonstrationen von den Veranstalterinnen und Veranstaltern die gesamten oder teilweisen Einsatz- und Sicherheitskosten einzufordern. Die Regierung wird nun beauftragt, eine gesetzliche Grundlage zu erarbeiten.
Mit der Annahme einer Motion des Ständerats Fabio Regazzi forderten die Ständerätinnen und Ständeräte einen besseren Schutz von «Made in Switzerland». Das Anliegen zielt darauf ab, einen kürzlich getroffenen Entscheid des Eidgenössischen Instituts für Geistiges Eigentum (IGE) zu widerrufen. Dieser erlaubt es der Sportartikelmarke On, das Schweizerkreuz auf ihren in Asien hergestellten Produkten zu verwenden.
In den Medien wird zudem weiterhin über den gestrigen Entscheid des Ständerats diskutiert, der die UBS verpflichten will, ihre ausländischen Filialen zu 90% mit Eigenkapital zu decken. Anders als in unserem gestrigen Briefing geschrieben, schloss die UBS-Aktie an der Börse am Mittwoch mit einem Minus von 1,71%.
Schwarzwälder Kirschtorte und weniger Restaurantbesuche als gewünscht: Die bekannte Schweizer Kochmarke Betty Bossi hat in einer Studie untersucht, wie Schweizerinnen und Schweizer ihren Geburtstag feiern. Dabei zeigt sich eine bemerkenswerte Kluft zwischen Wunsch und Wirklichkeit.
«Kaum ein Wunsch bleibt am Geburtstag so oft unerfüllt wie dieser: einfach mal nicht kochen müssen, nur sich bedienen lassen», schreibt die Kochwebsite Betty Bossi. Jede zweite Person in der Schweiz würde an ihrem Geburtstag lieber ins Restaurant gehen, doch nur 32% tun es tatsächlich.
Die Gründe dafür sind vielfältig, so das Unternehmen. Zum einen geht es um das Budget, zum anderen um familiäre Verpflichtungen. So gehen nur 27% der 36- bis 45-Jährigen (ein Alter, in dem die Kinderbetreuung oft den Tagesablauf bestimmt) ins Restaurant, gegenüber 42% der 56- bis 65-Jährigen. Nur 10% möchten einen Teil ihres Geburtstags am Herd verbringen, doch letztlich kocht an ihrem eigenen Fest jede fünfte Person.
Die beliebteste Torte der Schweiz ist die Schwarzwälder Kirschtorte, die ein Fünftel der 2000 Befragten als Favoritin wählten – im Kanton Tessin sind es sogar 31%. Ich stamme aus diesem Kanton und kann das bestätigen. Die Debatte, ob die Schwarzwälder Kirschtorte eingelegte Sauerkirschen enthalten soll (igitt!), ist südlich der Alpen besonders hitzig.
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