Bericht: Rohölexporte vom Golf erreichen Vorkriegsniveau
Trotz Drohungen des Irans nehmen Ölexporte arabischer Produzenten am Persischen Golf seit einer Weile zu. Laut Datenanbieter Kpler spielt eine «Shuttle-Flotte» in der Strasse von Hormus eine Rolle.
(Keystone-SDA) Rohölexporte arabischer Länder am Persischen Golf erreichen einem Bericht des Datenanbieters Kpler zufolge Grössenordnungen wie vor Ausbruch des Iran-Kriegs. Rohölausfuhren durch die Strasse von Hormus lägen im Wochendurchschnitt zuletzt sogar leicht über Vergleichswerten vor Ausbruch der Angriffe in der Meerenge, heisst es in einem Bericht, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.
Die Daten beziehen sich vor allem auf unverarbeitetes Rohöl. Raffinierte Produkte wie Benzin kommen bis zum Berichtsende am Montag auf lediglich etwa 19 Prozent der Ausfuhren vor dem Krieg, heisst es weiter.
Eine entscheidende Rolle spielen demnach Ausfuhren durch Pipelines an die Küsten ausserhalb des Golfes und eine von der US-Marine begleitete «Shuttle-Flotte»: Mindestens 63 VLCC-Supertanker seien dafür unterwegs, wovon 35 Schiffe etwa alle 16 Tage Hin- und Rückfahrten durch die Meerenge absolvierten, schreibt Kpler.
Bereits am Montag hatte der Energie-Datenanbieter Vortexa von einem Anstieg der Ölexporte in der Region berichtet.
Der Iran hatte die Strasse von Hormus zu Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe Ende Februar durch Drohungen und Beschuss für die Schifffahrt gesperrt. Da die Meerenge ein Nadelöhr für den internationalen Energiehandel ist, stiegen in Folge Ölpreise weltweit. Iranische Ölexporte liegen aufgrund einer von der US-Marine durchgesetzten Seeblockade seit Monaten nahezu brach.