Berner Regierung will Tarife für Musikschulen überprüfen
Die Berner Kantonsregierung will prüfen, ob und welche Massnahmen allenfalls nötig sind, damit alle Kinder im Kanton Bern eine Musikschule besuchen können. Ein überparteilicher Vorstoss fordert insbesondere günstigere Tarife. Der Regierungsrat will die Forderung aber nicht direkt erfüllen, sondern die Situation zuerst analysieren.
(Keystone-SDA) Er beantragt deshalb dem Kantonsparlament, die von Grossratsmitgliedern aus dem gesamten Parteienspektrum getragene Motion in der weniger verbindlichen Form eines Postulats zu überweisen. Dies geht aus seiner am Montag veröffentlichten Antwort der Kantonsregierung auf den Vorstoss hervor.
Eine blosse Erhöhung der Kantonsbeiträge führe nicht automatisch zu einem chancengerechteren Zugang zum Musikunterricht, schreibt der Regierungsrat.
Der Vorstoss fordert unter anderem, dass der Kantonsanteil an den Besoldungskosten von derzeit 30 Prozent erhöht werden soll. Damit wiederum könnten die Elterntarife gesenkt werden. Die Umsetzung sollte für die Gemeinden kostenneutral erfolgen.
Zur Begründung heisst es in der Motion, die Elternbeiträge im Kanton Bern seien höher als in den meisten anderen Kantonen. Für ein Kind und ein Instrument entstünden Kosten von rund 2000 Franken pro Jahr. Dies stelle für viele Familien eine erhebliche Belastung dar und führe zu einem Rückgang der Schülerzahlen.
Die Regierung argumentierte, sie könne mit einer Beitragserhöhung allein nicht gewährleisten, dass gezielt jene Familien entlastet würden, die sich den Unterricht sonst nicht leisten könnten. Sie will deshalb zuerst analysieren, wo bestehende Unterstützungsinstrumente an ihre Grenzen stossen.
Dabei sollen auch andere Ansätze wie die Tarifgestaltung oder eine engere Zusammenarbeit mit der Volksschule geprüft werden.