Das Linthgebiet will eine Ausweisstelle für neue Identitätskarten
Neben der Ausweisstelle in der Stadt St. Gallen ist neu auch ein Angebot in Sargans geplant. Wegen der neuen biometrischen ID könnte die Nachfrage gross sein. Eine zweite Filiale im Linthgebiet wurde aus Spargründen gestrichen. Dies löst nun Kritik aus.
(Keystone-SDA) Bis jetzt führt der Kanton St. Gallen seine einzige Ausweisstelle zentral in der Kantonshauptstadt. Aber nicht mehr lange: Seit Mitte August ist bekannt, dass in Sargans eine Filiale des Passbüros geplant ist. Damit solle der Bevölkerung im Sarganserland, Werdenberg, oberen Rheintal oder in der Region See-Gaster der weite Weg nach St. Gallen erspart werden, hiess es bei der Bekanntgabe.
Start der neuen Ausweisstelle beim Bahnhof Sargans ist spätestens Anfang November. Ab dann können dort die Daten für Ausweise erfasst werden. Das ist vor allem deshalb von Belang, weil der Bund auf Ende 2026 eine neue biometrische Identitätskarte einführen wird.
Diese ID enthält einen Chip, in dem zwei Fingerabdrücke und das Gesichtsbild gespeichert sind. Damit sei sichergestellt, dass Schweizer Bürgerinnen und Bürger auch künftig ohne Einschränkung in der EU reisen könnten, informierte der Kanton.
Kritik aus Rapperswil-Jona
Was ist mit dem Linthgebiet? In einer der Massnahmen des Entlastungspakets habe es geheissen, dass für die Einführung der biometrischen Identitätskarte auf die Schaffung von einer von zwei geplanten Ausweisstellen verzichtet werde, heisst es in einem neuen Vorstoss von drei Mitgliedern des St. Galler Kantonsrats.
Am 17. August habe dann der Kanton informiert, dass die neue Ausweisstelle in Sargans eröffnet werde, schrieben Martin Stöckling (FDP, Rapperswil-Jona), Kurt Kälin (SVP, Rapperswil-Jona) und Ruben Schuler (FDP, Mosnang) zu ihrer Anfrage.
Sie argumentieren mit den Reisezeiten: Mit dem öffentlichen Verkehr dauere die Reise von Rapperswil-Jona nach Sargans sogar leicht länger als nach St. Gallen. «Somit ändert das neue Angebot nichts an der Anreisezeit zur Ausweisstelle.» Weiter werde mit dem neuen Angebot die Anreise aus dem Toggenburg nicht berücksichtigt. Die dortige Bevölkerung müsse nach wie vor nach St. Gallen fahren.
Die Regierung soll nun erklären, nach welchen Kriterien der Entscheid für die Ausweisstelle in Sargans gefallen sei. «Plant die Regierung in absehbarer Zeit die Eröffnung einer Ausweisstelle im Linthgebiet?», lautet eine weitere Frage.
Kein Streichungsantrag
Im Vorstoss wird vorgeschlagen, die Regierung solle mit dem Kanton Zürich Gespräche aufnehmen, damit die Einwohnerinnen und Einwohner aus dem Linthgebiet auch Ausweisstellen im Nachbarkanton nutzen könnten.
Das Entlastungspaket war im Dezember 2025 in einer langen Debatte vom Kantonsrat beschlossen worden. Gegen die Massnahme mit dem Verzicht auf eine zweite Ausweisstelle hatte es keinen Streichungsantrag gegeben. In den Erläuterungen hiess es bereits damals, dass auf eine Aussenstelle im Linthgebiet verzichtet werde. Der Sparbetrag für 2026 liegt bei 160’600 Franken. Bis 2028 erhöht sich die Aufwandreduktion auf 356’400 Franken.