EU schreibt gemeinsames Klimaziel für 2020 fest
(Keystone-SDA) Brüssel – Die 27 EU-Länder haben ein gemeinsames Klimaziel für die weiteren Weltklimaverhandlungen festgelegt. Sie gaben den Vereinten Nationen (UNO) an, bis 2020 den Kohlendioxid-Ausstoss um 20 bis 30 Prozent verringern zu wollen.
Bis Ende Januar muss die Europäische Union (EU) ebenso wie die anderen Teilnehmer des weitgehend gescheiterten Kopenhagener UNO-Klimagipfels vom Dezember bei der UNO ihre Klimaziele einreichen. Bislang war umstritten, ob die EU nur die 20 Prozent angibt, oder die 30 Prozent bedingungslos, oder aber mit Bedingungen.
Nun stimmten die Botschafter der 27 Mitgliedstaaten einem Kompromissvorschlag der spanischen EU-Ratspräsidentschaft zu. Als Bedingung für die 30 Prozent bleibt, dass andere Industriestaaten «vergleichbare» Reduktionsziele und Entwicklungsländer «angemessene und ihnen mögliche» vorweisen müssen. Das EU-Parlament kritisierte die Einigung als «verpasste Chance».
Der Vorsitzende des Umweltausschusses im Parlament, Jo Leinen, warnte, die EU folge mit dem Kompromiss nicht den Vorgaben des Weltklimarates IPCC, der für die Industriestaaten Reduktionsziele zwischen 25 und 40 Prozent vorgeschrieben habe. «Die bedingungslose Zusage, um 30 Prozent zu reduzieren, wäre (für Europa) die perfekte Chance gewesen, Vertrauen zurückzugewinnen», sagte Leinen.
Die Schweiz hat sich noch nicht festgelegt. «Der Bundesrat wird an einer der nächsten Sitzungen über die Reduktionsziele und den Finanzbeitrag befinden», sagte Adrian Aeschlimann, Sprecher des Bundesamtes für Umwelt (BAFU), auf Anfrage. Geplant war bisher, dass auch die Schweiz den CO2-Ausstoss bis 2020 um 20 bis 30 Prozent gegenüber 1990 reduziert.