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1600 West-Nil-Fälle in der EU – in der Schweiz noch keine

Keystone-SDA

Seit dem Frühjahr sind in der Europäischen Union fast 1600 West-Nil-Fälle registriert worden, bei denen die Menschen sich im eigenen Land angesteckt haben - also nicht auf Auslandsreisen. In der Schweiz kam dies noch nicht vor.

(Keystone-SDA) Bislang seien im Jahr 2026 keine bestätigten Fälle von West-Nil-Fieber gemeldet worden, schrieb das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Montag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

Mit rund 696 der insgesamt 1569 Fälle ist Italien am stärksten betroffen, wie das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) mit Stand 23. September mitteilte.

Das BAG beurteilt das Risiko lokaler Übertragungen des Virus auf den Menschen für die Schweiz trotz geografischer Nähe zu Italien derzeit als gering. Aufgrund der Krankheitsfälle im benachbarten Ausland und des erstmaligen Nachweises des West-Nil-Virus bei einem Pferd im Kanton Aargau in diesem Jahr werde der Überwachung des West-Nil-Fiebers jedoch erhöhte Aufmerksamkeit gewidmet.

Nach Italien ist Griechenland mit 355 Fällen am meisten betroffen, gefolgt von Spanien (125 Fälle), Frankreich (102), Rumänien (91), Nordmazedonien (69) und Serbien (46). Auffällig ist eine Häufung von 28 Fällen in den Niederlanden.

In Italien sind die Infektionen fast flächendeckend über das ganze Land verteilt, mit Schwerpunkten um Rom, Padua und Mailand. In Spanien dagegen sind laut ECDC lediglich die südwestliche Region Extremadura und der westliche Teil von Andalusien betroffen.

Rekordhalter ist das Jahr 2018 mit insgesamt 2083 Fällen

Mit Stand 3. September waren der EU-Behörde insgesamt 61 Todesfälle gemeldet worden, 49 Menschen starben allein in Italien und Griechenland. Die bislang gemeldeten Fälle übertreffen die in den vergangenen Jahren in Europa registrierten Zahlen deutlich: Im Gesamtjahr 2025 wurden laut ECDC 1112 Fälle registriert, 2024 waren es insgesamt 1436, und auch 2022 wurden mit 1339 relativ viele Fälle dokumentiert. Rekordhalter ist jedoch nach wie vor das Jahr 2018 mit insgesamt 2083 Fällen.

Das West-Nil-Virus wird laut Robert Koch-Institut (RKI) hauptsächlich von Stechmücken zwischen wildlebenden Vögeln übertragen. Die Mücken können aber auch Menschen und andere Säugetiere infizieren.

Auch in der Schweiz ist es bereits zu einer Übertragung des West-Nil-Virus gekommen. Im Jahr 2025 wurde der erste lokal von Mücken übertragene Fall von West-Nil-Fieber beim Menschen bestätigt. Bereits 2022 war das Virus bei einheimischen Mücken nachgewiesen worden.

Etwa 20 Prozent der Menschen, die sich mit dem West-Nil-Virus anstecken, entwickeln West-Nil-Fieber – eine fieberhafte, grippeähnliche Erkrankung. Nur etwa jede 100. infizierte Person erkrankt schwer. Das West-Nil-Fieber heile in der Regel komplikationslos aus, schreibt das RKI, nur bei schwer erkrankten Patienten seien Spätfolgen relativ häufig.

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