FIFA-Spitze stellt sich hinter Infantino
Die FIFA-Spitze hat sich nach heftiger Kritik an den Investorenplänen Gianni Infantinos demonstrativ hinter den Präsident gestellt. Angriffe auf die Integrität der FIFA werde der Weltverband nicht dulden, teilte die FIFA-Führung mit.
(Keystone-SDA) Die Führungsspitze des Fussball-Weltverbandes um den schwer in die Kritik geratenen Schweizer FIFA-Chef Gianni Infantino hat nach einer Notfallsitzung in der marokkanischen Hauptstadt Rabat Einigkeit demonstriert.
FIFA-Generalsekretär Mattias Grafström und die anwesenden Mitglieder des Management-Boards hätten Infantino «ihre uneingeschränkte Unterstützung» bekräftigt, «als den einzigen Amtsträger, der von den 211 FIFA-Mitgliedsverbänden gewählt wurde», hiess es in einer Mitteilung.
Umgekehrt habe Infantino seine volle Unterstützung für Generalsekretär Grafström bekräftigt. Der Schwede Grafström hatte zuletzt angesichts des gescheiterten Plans zum Verkauf von WM-Rechten an Investoren in einer internen Mail an FIFA-Mitarbeiter noch eine «traurige und tadelnswerte Reihe von Ereignissen» sowie einen «Aufruhr» beklagt.
FIFA räumt Fehler ein
Die FIFA räumte in ihrer Mitteilung Fehler bei den Investorenplänen von Präsident Gianni Infantino. Es herrsche Einigkeit darüber, dass es nicht beabsichtigt gewesen sei, dem FIFA-Rat und den FIFA-Mitgliedsverbänden «das Gefühl zu geben, vom Prozess ausgeschlossen zu sein, und dass der Prozess anders hätte gehandhabt werden sollen», hiess es in der Mitteilung weiter.
Infantino hatte zuletzt für eine Welle der Empörung in der Fussball-Welt gesorgt, als seine Pläne bekannt wurden, Teile der kommerziellen Rechte an FIFA-Wettbewerben wie der WM an private Investoren zu verkaufen.
Der FIFA-Chef lenkte zwar ein und verwarf die Idee – dennoch formiert sich vor allem in Europa heftiger Widerstand gegen ihn. Die aktuelle Krise könnte das Ende von Infantinos inzwischen zehnjähriger Amtszeit als FIFA-Präsident bedeuten.
Mit Blick auf die harsche Kritik teilte der Weltverband mit: «Die FIFA wird keinerlei Angriffe auf ihre Integrität dulden und alle erforderlichen Massnahmen ergreifen, um ihren Ruf zu verteidigen.»
Bericht der «Times» sorgt für Wirbel
Zuvor hatte ein Bericht der «Times» noch für weiteren Wirbel gesorgt. Die Zeitung schrieb, dass Infantino Marokko die Austragung des WM-Endspiels 2030 versprochen habe, was Fussball-Weltverband umgehend dementiert wurde.
Laut «Times» solle nach dem Willen des stark in der Kritik stehenden FIFA-Bosses das Finale im neuen Hassan II Stadium mit 115.000 Plätzen in Casablanca stattfinden solle.
Dies wäre ein grosser Affront gegen Spanien und damit auch Europa, das in den letzten Tagen Infantino nach dem umstrittenen und inzwischen verworfenen Investorendeal harsch attackiert hatte.
Spanien trägt zusammen mit Portugal und Marokko die WM 2030 aus. Dazu finden die ersten drei Spiele in Südamerika (Uruguay, Argentinien und Paraguay) statt.
«Es ist falsch und irreführend zu behaupten, der FIFA-Präsident habe irgendein Versprechen bezüglich der Austragung des Finales der FIFA-Fussball-Weltmeisterschaft 2030 abgegeben. Eine Entscheidung wird von der FIFA zu gegebener Zeit getroffen», teilte der Weltverband auf dpa-Anfrage mit.