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Heute in der Schweiz

Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland

Zwischen dem G7-Gipfel, der heute in Évian zu Ende geht, und der geplanten Unterzeichnung des Memorandum of Understanding zwischen den USA und dem Iran am Freitag auf dem Bürgenstock im Kanton Nidwalden erlebt die Schweiz derzeit organisatorisch besonders intensive Tage.

Heute richten wir den Blick jedoch nicht nur auf die «Grossen» dieser Welt, sondern auch auf Crans-Montana, auf Fragen der Männlichkeit und auf die Auswirkungen der künstlichen Intelligenz auf die Arbeitswelt.

Eine anregende Lektüre!

Zum ersten Mal ist ein Bundespräsident (Guy Parmelin, der vierte von links) auf dem offiziellen Foto des G7-Gipfels zu sehen.
Zum ersten Mal ist ein Bundespräsident (Guy Parmelin, der vierte von links) auf dem offiziellen Foto des G7-Gipfels zu sehen. Keystone-SDA

«Aus Schweizer Sicht hat der organisatorische Teil des G7-Gipfels sehr gut funktioniert», erklärte Bundespräsident Guy Parmelin bei einer ersten Zwischenbilanz des Treffens in Évian, das heute endet.

Für ein abschliessendes Fazit müsse man den Abflug aller Delegationen aus der französischen Ortschaft am Genfersee abwarten. Doch bislang sei der Gipfel ohne nennenswerte Zwischenfälle verlaufen – zumindest aus helvetischer Perspektive.

Bei einer Pressekonferenz in Bern zeigte sich Parmelin zufrieden mit seinen Eindrücken vor Ort. Die diplomatischen und organisatorischen Einsätze der Schweiz sind in diesen Tagen aussergewöhnlich dicht getaktet.

Kaum ist Évian vorbei, richtet sich der Fokus auf die Zentralschweiz: Am Freitag werden die amerikanischen und iranischen Delegationen auf dem Bürgenstock erwartet, um das Abkommen zu unterzeichnen, das den Konflikt zwischen beiden Staaten beenden soll. Parmelin nutzte den G7 zudem für mehrere kurze bilaterale Gespräche: ein kurzes Treffen mit Donald Trump bei dessen Ankunft am Flughafen Genf, ein Austausch «über mehrere wichtige Fragen» mit dem US-Handelsvertreter Jamieson Greer und Finanzminister Scott Bessent sowie ein Gespräch mit dem britischen Premierminister Keir Starmer über die Verhandlungen zu einem Freihandelsabkommen.

Für die Schweiz gab es zudem eine Premiere, wie SRF berichtet: Der Bundespräsident wurde zum Galadinner des G7 eingeladen. «Eine wichtige Gelegenheit, um Beziehungen zu pflegen», betonte Parmelin.

In der internationalen Politik zählten nicht nur Strukturen und Interessen, sondern oft auch das persönliche Einvernehmen zwischen den Führungspersonen. Für ein kleines Land wie die Schweiz sei es nicht selbstverständlich, solche direkten Begegnungen zu ermöglichen.

In der Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen sind frauenfeindliche und machistische Einstellungen weit verbreitet.
In der Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen sind frauenfeindliche und machistische Einstellungen weit verbreitet. Keystone-SDA

In der Schweiz vertritt einer von fünf Männern eine stark dominante Vorstellung von Männlichkeit. Das zeigt eine Studie der Universität Zürich, die über 6’000 Personen zu Paarbeziehungen, Sexualität, Gleichstellung und Geschlechterrollen befragt hat.

Was macht einen «richtigen» Mann aus? In der sogenannten Manosphäre lautet die Antwort: ein Mann, der Frauen überlegen sei, Gleichstellung ablehne und Gewalt legitimiere, schreibt der Tages-Anzeiger.

Diese Ideologie ist weiter verbreitet, als viele annehmen: Laut der am Dienstag veröffentlichten Studie zeigt jeder fünfte Mann dominante Einstellungen. Bei den 18- bis 24-Jährigen liegt der Anteil sogar bei 31 %. Für die Untersuchung entwickelten Forschende des Jacobs Center gemeinsam mit männer.ch einen Indikator namens M‑Faktor, der verschiedene Elemente bündelt: Zustimmung zu traditionellen Geschlechterrollen, das Gefühl einer Bedrohung der männlichen Identität, Skepsis gegenüber Gleichstellung sowie misogyne und homophobe Einstellungen. Je höher der Wert, desto stärker wird Männlichkeit mit Dominanz, Härte und Ausgrenzung verknüpft.

Warum der M‑Faktor gerade bei jungen Männern besonders hoch ist, können die Autorinnen und Autoren nur vermuten – unter anderem aufgrund der digitalen Sozialisation. Plattformen wie TikTok oder YouTube verbreiten Männlichkeitsbilder, die Status und Dominanz betonen. Männer mit niedriger Bildung, bescheidener beruflicher Stellung und geringem Einkommen neigen eher zu dominanter Männlichkeit.

Höhere Bildung hingegen korreliert mit einem niedrigeren M‑Faktor. Auch kulturelle Unterschiede wurden festgestellt, insbesondere bei Männern, deren Vater in einem stärker patriarchalen Umfeld im Ausland geboren wurde.

Die Gemeinderatssitzung wurde mit einer Schweigeminute eröffnet.
Crans-Montana: Die Gemeindeversammlung wurde mit einer Schweigeminute eröffnet. Keystone / Cyril Zingaro

Nach mehr als sechs Monaten trat der Gemeindepräsident von Crans-Montana, Nicolas Féraud, am Dienstag erstmals wieder öffentlich auf – an der Gemeindeversammlung mit rund 400 Teilnehmenden.

Féraud entschuldigte sich bei den Opfern und ihren Angehörigen für die Ereignisse in der Silvesternacht und bekräftigte, dass er nicht zurücktreten werde. Bereits zu Beginn der Sitzung bat Féraud um eine Schweigeminute und drückte im Namen der Gemeinde seine Entschuldigung und Verbundenheit aus.

Der Brand in der Bar Le Constellation habe die Gemeinschaft tief erschüttert. Nach der Versammlung räumte er ein, dass die Entschuldigung an der Pressekonferenz vom 6. Januar unzureichend formuliert gewesen sei: «Entschuldigung – das war das Wort, das wir vergessen oder falsch ausgesprochen hatten.»

Der Leiter des Krisenstabs Sébastien Rey, präsentierte die bisherigen Erkenntnisse der Behörden. Parallel laufen Gespräche mit dem Kanton über ein dauerhaftes Mahnmal; eine offizielle Gedenkfeier ist für den 1. Januar 2027 geplant. Zudem sollen bis Jahresende alle öffentlichen Betriebe kontrolliert werden – 56 Kontrollen haben bereits stattgefunden.

Gegen Nicolas Féraud und Patrick Clivaz wird ermittelt. Die Versammlung fand unter grosser medialer Aufmerksamkeit statt. Angehörige der Opfer stellten Fotos ihrer Verstorbenen aus, «um der Tragödie ein Gesicht zu geben». Die Debatte verlief teils angespannt, insbesondere wegen Kritik an der Kommunikation der Behörden. Eine Rücktrittsforderung an den Gemeindepräsidenten wies dieser zurück.

Ein Ingenieur von Scandit kontrolliert einen Roboter, der mithilfe kuenstlicher Intelligenz die Barcodes in einem Testgeschaeft scannt, erkennt und auswertet.
Ein Ingenieur von Scandit kontrolliert einen Roboter, der mithilfe kuenstlicher Intelligenz die Barcodes in einem Testgeschaeft scannt, erkennt und auswertet. Keystone / Gaetan Bally

Künstliche Intelligenz beeinflusst in der Schweiz jeden vierten Arbeitsplatz. Besonders betroffen sind die Informatik und generell Büroberufe.

Die KI‑Revolution ist in vollem Gang, und ihre ersten Auswirkungen werden sichtbar. Das Unternehmen Lastminute.com kündigte heute an, neue KI‑Tools einzusetzen und in seinen Büros in Chiasso und Amsterdam jeden vierten Arbeitsplatz abzubauen. Ende 2025 beschäftigte das Unternehmen 1600 Mitarbeitende – rund 400 Stellen könnten wegfallen.

Dieser Fall ist nur ein Vorgeschmack auf das, was noch kommt. Laut einer aktuellen Analyse sind 28 % der Schweizer Arbeitsplätze stark von KI betroffen. Die am Dienstag veröffentlichte Studie des Zürcher Unternehmens Kuble in Zusammenarbeit mit Angestellte Schweiz untersuchte 3 Millionen Stellen und 86 Berufe.

«Das bedeutet nicht, dass Arbeitsplätze verschwinden, sondern dass sich die Arbeit verändert», betont SRF. Die betroffenen Berufe stehen für eine Lohnsumme von 80 Milliarden Franken – ein gewichtiger Faktor für Wirtschaft und Gesellschaft.

Besonders exponiert ist die Informatik, aber auch Verwaltung, Grafik, PR, Journalismus, Übersetzung, Management, Recht und Finanzwesen. Handwerk und Bau hingegen sind kaum betroffen, während Gesundheits- und Sozialberufe nur moderat exponiert sind.

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