Gildemeister und Mori Seiki widersprechen Bericht über Zukaufabsichten
BIELEFELD (awp international) – Der Werkzeugmaschinenbauer Gildemeister und sein japanischer Kooperationspartner Mori Seiki widersprechen einem Presse-Vorabbericht, wonach die Japaner den Zukauf weiterer Aktien nicht aussschliessen. Zuvor hatte die Zeitung «Welt» vorab aus ihrer Samstagausgabe berichtet, dass Mori-Seiki-Vorstandschef Masahiko Mori der Zeitung gesagt habe: «Wir können uns vorstellen, den Anteil an Gildemeister weiter zu erhöhen.» Beide Unternehmen teilten daraufhin mit, dass der Zeitungsartikel Mori falsch wiedergegeben habe. Es habe kein persönliches Interview mit der «Welt» gegeben und keine solche Aussage auf der Branchenmesse EMO am 19. November in Hannover.
Zudem teilte der Gildemeister-Chef Rüdiger Kapitza mit, dass beide Unternehmen weder kurz- noch langfristig beabsichtigten, ihre gegenseitige Beteiligung aufzustocken. Aktuell halten die Japaner 20,1 Prozent an dem MDax Konzern aus Bielefeld. Umgekehrt sind die Ostwestfalen mit 5,1 Prozent an Mori Seiki beteiligt. Die Mitteilung von Gildemeister war sowohl von Kapitza als auch von Mori unterzeichnet.
Die Kapitalverflechtung der Ostwestfalen mit den Japanern gibt es seit rund zwei Jahren, initiiert von Kapitza. Mittlerweile arbeiten beide auf nahezu allen Gebieten zusammen, sei es in der Entwicklung von Maschinen, in der Fertigung oder bei Vertrieb und Service. Erst kürzlich hatten beide Unternehmen ihre deutschen Verkaufsgesellschaften in eine gemeinsame Gesellschaft eingebracht, zu Beginn des nächsten Jahres soll zudem das ganze Europa-Geschäft für beide Firmen zentral gesteuert werden.
Für Gildemeisterchef Kapitza ist das eine Wunschehe. «Wir haben damit endlich einen Ankeraktionär. Das gibt dem Konzern zusätzliche Stabilität», zitiert die Zeitung den Manager. Dass es bei der Kapitalverflechtung ein grosses Ungleichgewicht gibt, bestreitet er nicht. Sorgen mache er sich deswegen aber nicht – offiziell auch nicht beim Verweis auf den Baukonzern Hochtief , dessen anfangs umjubelter Ankeraktionär ACS am Ende gegen den Willen von Management und Aufsichtsrat per Übernahmeangebot die Mehrheit bei Hochtief übernommen hatte. «Was haben wir mit Hochtief zu tun? Dazu ist doch alles gesagt», sagt Kapitza./stb/wiz/he