Kämpfe in ölreicher Provinz Marib im Jemen
Regierungstruppen und mit ihnen verbündeten Milizen liefern sich mit den Huthi-Rebellen schwere Kämpfe um die ölreiche Provinz Marib im Jemen. Bei den Gefechten seien in den vergangenen drei Tagen mehr als 50 Huthi-Kämpfer getötet worden, hiess es aus Militärkreisen.
(Keystone-SDA) Laut Augenzeugen kam es dort zu gegenseitigem Artilleriefeuer, Geländegewinne konnte allerdings keine der Konfliktparteien erzielen. Auch in Tais und Lahdsch an Jemens Küsten zum Roten Meer und dem Golf von Aden und im Kahbub-Gebirge im Südwesten wurde Kämpfe gemeldet.
Marib ist in dem Bürgerkrieg, der 2014 mit einem gewaltsamen Aufstand der Huthi begann, seit Jahren umkämpft. Die Provinz verfügt über Öl- und Gasfelder, zudem befindet sie sich in einer strategisch wichtigen Lage als Knotenpunkt zwischen mehreren Landesteilen. Marib werde uneinnehmbar bleiben, sagte Kommandeur Mansur Thauaba von den Regierungstruppen. Diese seien von der Verteidigung in die Offensive gegangen und hätten nun die von den Huthi kontrollierte Hauptstadt Sanaa als Ziel.
Kämpfe um Zugang zu wichtiger Meerenge Bab al-Mandab
Die Regierungstruppen teilten mit, sie hätten mit Raketenwerfern mehrere Artilleriestellungen und Flakgeschütze der Huthi zerstört. Die mit der Regierung verbündeten sogenannten Riesen-Brigaden teilten mit, sie hätten im Kahbub-Gebirge Fahrzeuge der Huthi zerstört und sämtliche Insassen getötet. Das Gebirge überblickt die wichtige Meerenge Bab al-Mandab und die dorthin führenden Strassen. Unter den Todesopfern waren örtlichen Beobachtern zufolge auch zwei Kommandeure der Iran-treuen Miliz.
Ein Huthi-Militärsprecher teilte mit, saudische Kampfjets seien innerhalb von 24 Stunden mehr als zwei Dutzend Luftangriffe geflogen. Vier Menschen seien dabei in al-Dschauf im Norden getötet worden, berichtete die den Rebellen nahestehende Nachrichtenagentur Saba. Saudi-Arabien war 2015 in den Krieg im Nachbarland eingetreten und begann eine Blockade von Häfen und Flughäfen in von Huthi kontrollierten Gebieten mit dem erklärten Ziel, Waffenlieferungen des Irans an die Miliz zu verhindern.