Kanton Luzern will «Forensic Nurses» einführen
Der Kanton Luzern will im Kampf gegen häusliche Gewalt "Forensic Nurses" einsetzen. Diese speziell ausgebildeten Personen sichern Spuren bei den Opfern von häuslicher Gewalt.
(Keystone-SDA) Das Pilotprojekt soll im Sommer 2027 starten, teilte der Kanton am Montag in einem Communiqué mit. Zudem baut der Kanton ein Angebot für die medizinische Erstversorgung auf und schafft eine neu geschaffene Fachstelle Häusliche Gewalt bei der Luzerner Polizei. Auch die Staatsanwaltschaft soll ihre Spezialisierung ausbauen, hiess es weiter.
Neben den angekündigten Massnahmen will der Kanton die Bevölkerung dazu bewegen, bei Gewalt genauer hinzuschauen und Betroffene auf Hilfsangebote aufmerksam zu machen. Er startet dazu die Kampagne «Stopp Gewalt!». Im Zentrum der Kampagne steht eine grüne Tür, die Geräusche macht und symbolisch für Gewalt hinter verschlossenen Türen steht. Häusliche Gewalt sei keine Privatsache, wird Justiz- und Sicherheitsdirektorin Ylfete Fanaj (SP) in der Mitteilung zitiert. «Sie betrifft uns als Gesellschaft.»
Verstärkte Arbeit mit gewalttätigen Personen
Die Luzerner Regierung hat vor knapp zwei Jahren einen entsprechenden Aktions- und Massnahmenplan gegen häusliche und geschlechtsspezifische Gewalt verabschiedet. Seither seien verschiedene Massnahmen umgesetzt oder angestossen worden, hiess es weiter. Als Beispiele nannte die Regierung Aus- und Weiterbildungen für Fachpersonen sowie der Ausbau von Präventionsprogrammen an Schulen. Auch die Arbeit mit gewalttätigen Personen stärkte er, wie er mitteilte.
Die Regierung sieht ferner die Gleichstellung als Teil der Gewaltprävention. Ungleiche Machtverhältnisse und Abhängigkeiten könnten Gewalt begünstigen, hiess es. Gewaltprävention beginne dort, wo Selbstbestimmung gestärkt, Abhängigkeiten reduziert und gleiche Chancen geschaffen werden, betonte Gesundheits- und Sozialdirektorin Michaela Tschuor (Mitte) in der Mitteilung.