Kanton Solothurn: Mittlere Krankenkassenprämie steigt um 6 Prozent
Im Kanton Solothurn steigt die mittlere Krankenkassenprämie 2027 über alle Altersklassen inklusive Wahlfranchisen und Modelle im Vergleich zum laufenden Jahr stärker als im Schweizer Durchschnitt. Die Prämie erhöht sich um 6 Prozent oder 23.50 Franken auf 417.50 Franken.
(Keystone-SDA) Diese Prämie liegt um 5.50 Franken über dem Schweizer Mittelwert von 412.0 Franken. Das geht aus den am Dienstag veröffentlichten Unterlagen des Bundesamts für Gesundheit (BAG) hervor.
Für Solothurner Erwachsene ab 26 Jahren steigt die Monatsprämie 2027 für die obligatorische Krankenversicherung inklusive Wahlfranchisen und Modelle um durchschnittlich 5,7 Prozent oder 26.80 Franken auf 493.50 Franken.
Für junge Erwachsene im Alter von 19 bis 25 Jahren erhöht sich die Prämie um 5,9 Prozent oder 18.60 Franken auf 332.40 Franken. Für Kinder bis 18 Jahre steigt die Prämie um 5,4 Prozent oder 6.40 Franken auf 124.60 Franken.
Geografie treibt Kosten in die Höhe
Mit diesem Anstieg liegt der Kanton schweizweit in den Top 3: Die mittleren Prämien über alle Altersklassen steigen nur in den Kantonen Jura (plus 6,6 Prozent) und Schaffhausen (plus 6,4 Prozent Prozent) prozentual stärker an.
Die Solothurner Prämie sei tiefer als jene in den Nachbarkantonen Bern, beide Basel und Jura, schreibt Peter Eberhard, der Leiter des Gesundheitsamts, auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.
«Es steht ausser Frage, dass die fortwährende Steigerung der Krankenversicherungsprämien für Personen mit tieferen und mittleren Einkommen eine grosse finanzielle Belastung darstellt», bilanziert Eberhard. Wenn 2028 der indirekte Gegenvorschlag zur Prämien-Entlastungs-Initiative in Kraft trete, sei mit einer Entlastung zu rechnen.
Ein grosser Teil des Kostenanstiegs sei Faktoren geschuldet, die von den Kantonen kaum beeinflusst werden könnten, schreibt Eberhard. Der Kanton Solothurn etwa habe einen höheren Bevölkerungsanteil der über 65-Jährigen als im schweizerischen Durchschnitt, was kostentreibend sei. «Zudem eine, auch durch die geografischen Gegebenheiten bedingte, hohe Mobilität. Das heisst: Viele Solothurnerinnen und Solothurner lassen sich ausserkantonal behandeln.»
Einzig bei den stationären Spitalbehandlungen könne der Kanton «mittels Spitalplanung aktiv für Kosteneffizienz» sorgen.
Im laufenden Jahr war die durchschnittliche Krankenkassenprämie über alle Altersklassen im Kanton Solothurn um 4,4 Prozent gestiegen. Im Vorjahr betrug der Anstieg 5,8 Prozent.