Schweizer Buchpreis an Melinda Nadj Abonji
Nach dem Deutschen Buchpreis hat die Zürcher Autorin Melinda Nadj Abonji für ihren Roman "Tauben fliegen auf" auch den Schweizer Buchpreis 2010 erhalten. Er ist ihr am Sonntagmittag im Rahmen der BuchBasel verliehen worden.
Die Jury würdigte das Buch als «herausragendes literarisches Werk der diesjährigen Buchproduktion». Mit 39 Prozent der Stimmen gewann die gebürtige Ungarin auch das erstmals durchgeführte Publikums-Voting. Der zum dritten Mal verliehene Schweizer Buchpreis ist mit 50’000 Franken dotiert.
Die Jury stand nach eigenen Angaben «vor der grossen Herausforderung, den Schweizer Buchpreis an eines von fünf hervorragenden Werken zu vergeben, die für den Preis nominiert waren».
Zu den Finalisten gehörten neben Nadj Abonji auch Dorothee Elmiger mit «Einladung an die Waghalsigen», Urs Faes mit «Paarbildung», Pedro Lenz mit «Der Goalie bin ig» und Kurt Marti mit «Notizen und Details 1964 – 2007».
Nadj Abonji wurde 1968 als Tochter ungarischer Serben in der Provinz Vojvodina geboren. 1973 zog sie in die Schweiz. Sie studierte Deutsch und Geschichte. Heute arbeitet sie als Autorin, Musikerin, Textperformerin und Gastdozentin an der Pädagogischen Hochschule Zürich.
In «Tauben fliegen auf» erzählt Nadj Abonji – autobiografisch gefärbt – von einer in den 1970er-Jahren aus Jugoslawien eingewanderten Familie. Zentral ist die Rebellion der Tochter gegen die Überanpassung der Eltern, die sich um der Integration willen übelste Demütigungen gefallen lassen.
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