Lausanner Forschungsteam entwickelt Motor zum Einnähen
Ein Motor zum Einnähen: Ein Lausanner Forschungsteam hat einen Motor in Fadenform entwickelt. Er könnte dereinst in Roboterkleidung zum Einsatz kommen, die Menschen bei Bewegungen unterstützt.
(Keystone-SDA) Der «FiberMotor» hat einen Durchmesser von einem bis drei Millimetern, wie die Eidgenössische Technische Hochschule Lausanne (EPFL) am Mittwoch mitteilte. Die Entwicklung wurde in der Fachzeitschrift «Advanced Materials» vorgestellt.
Der Motor besteht aus zwei ineinanderliegenden, hohlen Fasern. Um beide Fasern sind dünne Kupferdrähte gewickelt. Wird elektrische Spannung angelegt, ziehen sich die beiden Fasern durch elektrostatische Kräfte aufeinander zu. Dadurch schiebt sich die innere Faser in der äusseren vor und zurück.
Im Gegensatz zu herkömmlichen Motoren benötigt der Faden-Motor weder Zahnräder noch eine mechanische Kraftübertragung. Dadurch ist er flexibel und kann auch von aussen bewegt werden. Wird beispielsweise ein Arm entgegen der vom Motor erzeugten Bewegung bewegt, blockiert der Motor nicht.
Hilfe beim Bewegen
Kombiniert erzeugten vier Motoren genug Kraft, um einen 46 Gramm schweren Schokoladenriegel anzuheben.
Als mögliche Anwendungen nennen die Forschenden unter anderem tragbare Roboteranzüge, die Menschen beim Gehen unterstützen. Testweise bauten sie die Motoren in eine Hose ein. Künftig könnten viele der dünnen Motoren wie Fäden in Kleidung integriert werden. Gemeinsam könnten sie dann Bewegungen unterstützen, etwa beim Beugen oder Strecken des Beins.
Zur Vermarktung der Technologie haben die Forschenden bereits ein Start-up gegründet. Zunächst wollen sie den Motor aber leistungsfähiger und langlebiger machen.