Luzern erhöht die Zahl der Alkoholtestkäufe nicht weiter
Der Kanton Luzern soll die Zahl der Testkäufe von Bier, Wein und Spirituosen nicht zusätzlich erhöhen. Er befinde sich beim Jugendschutz bereits auf einem guten Weg, befand der Kantonsrat.
(Keystone-SDA) Wie vom Regierungsrat beantragt, überwies das Parlament am Montag ein Postulat von Simone Brunner (SP) nur teilweise. Sie sagte, bei den Testkäufen würden rund 45 Prozent der Verkaufsstellen durchfallen. «Das sind keine Einzelfälle, sondern ein strukturelles Problem.»
Der Regierungsrat wies in seiner schriftlichen Antwort darauf hin, dass der Kanton die Zahl der Testkäufe jüngst von 70 auf 100 erhöht habe – weil Handlungsbedarf bestehe, wie Gesundheitsdirektorin Michaela Tschuor (Mitte) im Parlament erklärte. Sie beantragte deswegen eine teilweise Erheblicherklärung des Postulats. Es brauche nicht nur Testkäufe, sondern auch Präventionsmassnahmen.
Doch damit war Brunner nicht zufrieden. Sie bedauere, dass das Thema nicht mehr Gewicht habe. Jeder Franken, der in den Jugendschutz investiert werde, spare Folgekosten. Ihr pflichtete aber nur Fabrizio Misticoni (Grüne) bei. Die Zahl 100 sei angesichts der vielen Beanstandungen noch immer tief, sagte er.
Claudia Huser (GLP) sagte dagegen, nach der Erhöhung auf 100 Testkäufe sei es jetzt zu früh, eine weitere Erhöhung zu fordern. Eine weitere Ausweitung sei auch aus Kostengründen nicht angezeigt, sagte Carlo Piani (Mitte). Michael Hauser (FDP) unterstützte ebenfalls den Regierungsantrag. Er fragte sich, wie viel Testkäufe tatsächlich bringen würden.
Monika Schnydrig (SVP) lehnte das Postulat ganz ab. Der Rat überwies den Vorstoss aber mit 84 zu 23 Stimmen teilweise.