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Neues St. Galler E-Login: Gute Akzeptanz trotz zusätzlicher Hürden

Keystone-SDA

Im Kanton St. Gallen wird seit Januar für die Online-Steuererklärung die Installation einer App und die Registrierung für ein E-Login verlangt. Bisher haben sich dafür knapp 70'000 Personen angemeldet.

(Keystone-SDA) Der Kanton St. Gallen lancierte im Januar den Start ins digitale Massengeschäft. Wer die Steuererklärung weiterhin online ausfüllen will, muss sich für das neue E-Login des Kantons anmelden. Dafür gab es drei Monate Zeit. Bis Ende März sollte eigentlich die Steuererklärung für 2025 eingereicht sein.

Die Steuerpflichtigen mussten unter anderem die App «AGOV Access» auf ihrem Smartphone installieren. Ein QR-Code soll abgelesen und eine zweistufige Authentifizierung eingerichtet werden. Das Verfahren funktioniert ähnlich wie beim E-Banking. Der Lohn der Mühe: Über das E-Login seien danach alle aktuellen und künftigen E-Services nutzbar, kündigte der Kanton im Januar an.

Hilfsangebote bewähren sich

Zieht die Bevölkerung mit? In Leserbriefen in Lokalzeitungen gab es vereinzelte Beschwerden. Falls die neuen Hürden für die Online-Steuererklärung grösseren Ärger auslösten, erreichte der Unmut die Mitglieder des St. Galler Kantonsrats nicht. Jedenfalls wurden bisher keine Vorstösse mit kritischen Fragen eingereicht.

Beim Kanton zeigt man sich zufrieden mit der Entwicklung. Nach drei Monaten lasse sich festhalten: Die Akzeptanz des E-Login sei hoch, erklärte Staatssekretär Benedikt van Spyk auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Der Zwischenstand in Zahlen: Bis am 25. März hatten sich 68’095 Personen für das E-Login registriert.

Der Kanton stellte im Januar mehrere Unterstützungsangebote für die Nutzerinnen und Nutzer bereit. «Erklärvideos, schriftliche Anleitungen und ein umfassendes FAQ zu E-Login, AGOV und E-Tax», zählte der Staatssekretär auf.

Diese Hilfsangebote hätten sich bewährt. Seit dem Start seien die Anfragen an den Support kontinuierlich zurückgegangen. Mitte März habe es zwar einen vorübergehenden Anstieg gegeben, doch insgesamt entwickle sich die Kurve positiv.

Alte Mobilgeräte als Problem

Am häufigsten wandten sich die Leute mit Fragen rund um die Registrierung an den Support. Ein Grund dafür sei, dass ältere Mobilgeräte und ältere Browserversionen nicht mehr unterstützt würden. Parallel dazu nahmen fachliche Fragen zur Steuerlösung und zur Bedienbarkeit der Anwendung zu. Insgesamt habe der neue Zugang zu digitalen Dienstleistungen eine positive Resonanz ausgelöst, fasste der Staatssekretär zusammen.

Der Massstab dafür ist der Stand bei den elektronisch eingereichten Steuererklärungen. Der Kanton erwartet, dass bis Ende Jahr trotz des neuen Systems etwa gleich viele Personen wie 2025 ihre Steuererklärungen online übermitteln werden. Das wären etwa 140’000 Personen und damit 45 Prozent aller Steuerpflichtigen.

Bis am 25. März seien rund 82’500 Steuererklärungen online eingereicht worden, teilte van Spyk mit. Das seien etwa 2500 mehr als im Vorjahr zum gleichen Zeitpunkt. «Besonders bemerkenswert ist der Anstieg bei den vollelektronischen Einreichungen.» Deren Anteil sei im Vergleich zum Vorjahr von 60 auf 75 Prozent gestiegen.

E-Collecting kommt

Die Online-Steuererklärung ist das digitale Angebot des Kantons, von dem wohl am meisten Leute betroffen sind. Zu den E-Services, die es bereits gibt oder die bald angeboten werden, gehört das E-Collecting, das digitale Sammeln von Unterschriften für Initiativen oder Referenden. Die Stipendien sind ein weiteres Thema, das viele Personen nutzen könnten. Beide Dienstleistungen sind über das E-Login zugänglich.

Die Digitalisierung wird in der kantonalen Verwaltung zwar vorangetrieben. Es müssen aber immer auch Alternativen zum elektronischen Weg möglich sein. Die Verwaltung werde immer beide Wege anbieten, bestätigte der Staatssekretär im Januar.

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