Polen: Polizei fasst Mann mit Messer bei Gerichtsdemo
Bei der Demonstration vor dem polnischen Verfassungsgericht hat die Polizei einen Mann gefasst, der mit einem Messer und einer Schreckschusspistole bewaffnet war. Einer der Organisatorinnen sei der 30 Jahre alte Mann aufgefallen, weil er teils vermummt war, teilte die Polizei in Warschau mit. Als die Organisatorin ihn aufforderte, die Maskierung abzunehmen, habe dieser nach der Frau geschlagen und die Flucht ergriffen.
(Keystone-SDA) Eine Gruppe von durchtrainierten Demonstranten setzte dem Mann sofort nach und rief «Provokateur, Provokateur!», wie eine dpa-Reporterin berichtete. Schliesslich wurde er von den Polizisten festgenommen, die die Demonstration absicherten. «Wie sich herausstellte, hatte er ein Messer, eine Schreckschusspistole mit Kugeln und ein Abzeichen mit der Aufschrift «Security» bei sich, dessen Form an einen Polizeiausweis erinnerte», hiess es weiter in der Mitteilung. Die Beamten fanden bei ihm ausserdem Drogen.
In Polen herrscht zwischen den beiden grossen politischen Lagern ein erbitterter Streit um die Besetzung des Verfassungsgerichts. Die aktuelle Krise wurde am Freitag durch eine Bekanntmachung auf der Webseite des Verfassungsgerichts ausgelöst. Dort hiess es, der bisherige Präsident Bogdan Swieczkowski und sein Stellvertreter seien einstweilen von ihren Funktionen entbunden worden. Stattdessen werde die Richterin Anna Korwin-Piotrowska das Gericht geschäftsführend leiten. Seitdem protestieren Anhänger der rechtskonservativen Oppositionspartei PiS und anderer rechter Gruppierungen gegen die Ablösung des Gerichtspräsidenten.
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