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PRESSESCHAU vom Wochenende 52 (26./27. Dezember)

Zürich (awp) – Nachfolgend eine Auswahl von Artikeln zu wirtschaftsrelevanten Themen aus der Presse vom Wochenende:
Credit Suisse: Verwaltungsratspräsident Hans-Ulrich Doerig wehrt sich gegen den Vorwurf, die Banken hätten aus der Krise nichts gelernt und würden einfach weitermachen wie vorher. Er warnt aber auch vor den Folgen zu starker Regulierung. Jede verschärfte Regulation bringe auch volkswirtschaftliche Kosten mit sich, sagte Doerig in einem Interview der «Südostschweiz am Sonntag». Die Kosten von Krediten oder von Transaktionen könnten steigen. «Die Kumulation von Regulativen zur gleichen Zeit könnte negative Auswirkungen haben für den ganzen Mechanismus in der Finanzwirtschaft», so Doerig. Der CS-Präsident warnt vor einem Verdrängungswettbewerb, «in dem einzelne Banken mit all diesen Vorschriften nicht mehr mithalten können». (Südostschweiz am Sonntag; siehe sep. Meldung)
Migros: Auch der grösste Schweizer Detailhändler spürt die Krise. Das Weihnachtsgeschäft blieb hinter dem Vorjahresergebnis zurück. Und auch im Gesamtjahr macht der Grossverteiler kaum mehr Umsatz. Schuld sind sinkende Preise – und die «Preisdrückerei» der Konkurrenz aus Deutschland, sagt Migros-Chef Herbert Bolliger. «Die Preisdrückerei in Deutschland schwappt auf die Schweiz über», sagt Bolliger im Interview mit der Zeitung «Sonntag». «Das ist eine ungesunde Entwicklung, die auch hierzulande volkswirtschaftliche Probleme verursacht.» Bolliger greift in dem Interview die deutschen Harddiscounter Aldi und Lidl scharf an. «Die Besitzer von Aldi und Lidl werden immer reicher und drücken auf Kosten der Produzenten und Mitarbeiter permanent die Preise», sagt der Migros-Chef. «Der volkswirtschaftliche Schaden ist enorm, der brutale Preiskampf vernichtet ganze Existenzen.» Die Harddiscounter drückten die Preise bei den falschen Produkten. Bei den Milchbauern werde der letzte Cent rausgewürgt, damit der Milchpreis nochmals gesenkt werden könne. (Sonntag, S. 13; siehe sep. Meldung)
CH/Post: Nachdem in der vergangenen Woche Rudolf W. Hug aus Protest gegen den Präsidenten Claude Béglé aus dem Post-Verwaltungsrat zurückgetreten ist, erwägen drei weitere Mitglieder den Abgang. Dies berichtet die «SonntagsZeitung». Es sei Zeit, die Sache zu «überdenken» erklärte VR-Mitglied Wolfgang Werlé gegenüber der «SoZ». Der 61-jährige ehemalige VR-Präsident von Hiestand habe im Verwaltungsrat der Post stets mit Hug gegen Béglé gestimmt. Zur gleichen Fraktion gehöre auch Nicola Thibaudeau. Zwar sei die Chefin der Bieler Feinmechanikfirma MPS für eine Stellungnahme nicht erreichbar gewesen, jedoch seien Post-Kenner davon überzeugt, dass sie bis spätestens zu den Erneuerungswahlen im Mai gehen werde, erklärte die Zeitung weiter. Als drittes Mitglied werde Jean-Marc Eggenberger aus dem VR austreten. Er war als Vertreter der Gewerkschaft Kommunikation in den Verwaltungsrat gewählt worden, trat aber mittlerweile eine Stelle bei der Swisscom an. (SoZ, S. 51)
CH/Personenfreizügigkeit: EU-Botschafter Michael Reiterer geht nicht davon aus, dass die Schweiz nächstes Jahr die Zuwanderung aus der Europäischen Union begrenzen wird. Er bezweifle, dass die Schweiz zu diesem Schritt berechtigt sei, sagte Reiterer in einem Interview mit der «SonntagsZeitung». «Die Zuwanderung in die Schweiz hat wegen der Krise um rund 20% abgenommen. Wenn ich mir diese Zahlen anschaue, dann kann ich mir nicht vorstellen, dass 2010 die vertraglichen Grundlagen gegeben sind, um die Ventilklausel zu aktivieren», sagte Reiterer. (SoZ S. 3; siehe sep. Meldung)
CH/Milch: Ab dem 1. Januar 2010 tritt Markus Zemp, Aargauer CVP-Nationalrat, das Präsidium der neugegründeten Branchenorganisation Milch an. Als Ziel habe er sich vorgenommen, nach dem Chaos des vergangenen Jahres neu zu starten. Dazu müsse «in der Milchbranche wieder eine Kultur der Zusammenarbeit» entwickelt werden, erklärte Zemp der Zeitung «Sonntag». Wichtig sei dabei vor allem, dass die Branche die Menge der produzierten Milch in den Griff bekomme, da es heute einfach zu viel Milch auf dem Markt gebe: «Das macht auch den durch Zölle geschützten Preis kaputt». Die Branche habe sich deshalb nun auf ein Mengenreglement geeinigt, nach welchem diejenigen Bauern, welche zu viel produzieren, bestraft werden. Gleichzeitig soll die Menge der Industriemilch, welche zu Milchpulver oder Butter verarbeitet werde, verringert werden. (Sonntag, S. 23)
uh/dl

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