ProSiebenSat.1 hofft auf Ende der Werbeflaute – N24 steht auf Prüftstand
MÜNCHEN (awp international) – Deutschlands grösster Fernsehkonzern ProSiebenSat.1 hofft auf eine Ende der Werbeflaute und ist etwas optimistischer als zuletzt. Eine konkrete Prognose blieb Unternehmenschef Thomas Ebeling jedoch weiter schuldig. Zudem steht der Nachrichtensender N24 auf dem Prüfstand. «Wir spüren im vierten Quartal eine leichte Belebung. Das wird dazu führen, dass die Prognosen für das Gesamtjahr nicht mehr ganz so düster sind wie noch vor kurzem», sagte der seit März amtierende Konzernchef der «Süddeutschen Zeitung» (Freitagsausgabe). Insbesondere das derzeit laufende vierte Quartal entwickle sich überraschend gut.
«Wir rechnen im vierten Quartal auf der Umsatzseite mit einer Verbesserung gegenüber den ersten drei Quartalen. Es ist sogar nicht ausgeschlossen, dass wir in den letzten drei Monaten 2009 im deutschen Geschäft wieder das Umsatz-Niveau des Vorjahres erreichen», sagte er. Anfang November hatte Ebeling gesagt, dass der Konzern wegen des «schwierigen wirtschaftlichen Umfelds» weiter auf die Kostenbremse drücken will. Im dritten Quartal konnte ProSiebenSat.1 so den operativen Gewinn trotz eines Umsatzeinbruchs leicht steigern.
Jetzt kündigte der Konzernchef auch an, dass unter anderem ein Verkauf des Berliner Nachrichtensenders N24 im Gespräch sei. «Wir prüfen alles, wobei Schliessen im Moment nicht zur Debatte steht. Aber ein Verkauf gehört dazu, auch eine Optimierung der derzeitigen Form von N24 bis hin zu einer völligen inhaltlichen Neuausrichtung», sagte Ebeling. Der 50-jährige begründete die Umbaupläne mit wirtschaftlichen Problemen bei N24. Imageprobleme durch ein Abstossen von N24 erwartet er nicht: «Nachrichten sind vielleicht für das Image bei Politikern wichtig, aber nicht unbedingt bei allen Zuschauern. Der Durchschnittszuschauer wird nicht verzweifeln, falls es bei N24 Veränderungen geben sollte», sagte Ebeling.
Auf Sat.1, ProSieben und Kabel 1 soll es aber auch künftig Nachrichten geben, derzeit werden die Sender von N24 beliefert. Das frei werdende Geld soll in andere TV-Produktionen des Konzerns gesteckt werden. Ebeling nannte das Wissensmagazin Galileo, Sendungen wie Stefan Raab zur Bundestagswahl oder spezielle Reportagen./zb/wiz