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Saisonarbeitende im Tourismus sehen Wohnkosten als grosses Problem

Saisonarbeiter im Tourismussektor betrachten die Wohnkosten als grosses Problem
Saisonarbeiter im Tourismussektor sehen die Wohnkosten als grosses Problem an Keystone-SDA

Saisonarbeitende in Schweizer Ferienorten sehen die Kosten als grösstes Problem beim Wohnen. Das zeigt eine Studie im Auftrag des Bundes und der Kantone Bern, Waadt und Wallis. Lösungen für das Problem müssten von den beteiligten Akteuren gemeinsam gesucht werden.

(Keystone-SDA) Untersucht wurde die Wohnsituation erstmals aus der Sicht der Saisonarbeitenden, wie das Bundesamt für Wohnungswesen (BWO) am Freitag zur Studie der Universität Lausanne schrieb.

Untersucht wurde die Situation in Adelboden BE, Leysin VD, Saas-Fee VS und Villars-sur-Ollon VD. Über 80 Interviews mit Saisonarbeitenden wurden geführt. Von Ort zu Ort ist es unterschiedlich schwierig, eine geeignete Wohnung zu finden.

Kosten als oberste Priorität

Geeigneter Wohnraum sei für Tourismusdestinationen von Bedeutung, schrieb das BWO. Er trage dazu bei, Arbeitskräfte zu gewinnen und längerfristig zu halten. Für die Saisonniers hat eine erschwingliche Wohnung oberste Priorität. Ist die Wohnung im Verhältnis zum Lohn zu teuer, kann in der Saison nur eingeschränkt Geld zurückgelegt werden.

Zudem wollen Saison-Arbeitskräfte in der Nähe ihres Arbeitsortes wohnen. Wohnkomfort ist Saisonarbeitskräften weniger wichtig als Sauberkeit, zweckmässige Einrichtung sowie ausreichend Platz und – in Sammelunterkünften – genügend Privatsphäre.

Die Schwierigkeiten für Saisonarbeitskräfte, eine Wohnung zu finden, sei nicht nur auf die zu geringe Zahl an verfügbaren Unterkünften zurückzuführen, so die Studie. Als ein mögliche Abhilfe werden dennoch Bau und Bereitstellung von zusätzlichen Wohnungen nur für Saisonniers genannt.

Auch über flexiblere Mietformen für Menschen, die nur für ein paar Monate im Jahr in der Schweiz arbeiten, wurde an Workshops und dem nationalen Austausch zum Thema gesprochen. Ebenso wichtig seien Begleitung und Vernetzung.

Gemeinsames Handeln nötig

Denn die Wohnungssuche stütze sich weitgehend auf persönliche Beziehungen und vorhandene Erfahrungen an einem Ort. Neuankömmlinge seien deshalb im Nachteil gegenüber bereits integrierten Saisonniers. Plattformen, Unterstützungsdienste, aber auch Arbeitgeber als Vermittler könnten Neuankömmlingen helfen.

Angesprochen werden auch Partnerschaften zwischen Gemeinden, Akteuren der Tourismusbranche und privaten Vermietern. Die Wohnsituation von Saisonarbeitskräften dürfe nicht als individuelles Problem angesehen werden, stellt die Studie klar.

Gemeinden, und Arbeitgebende, aber auch Kantone, Tourismus-Organisationen und weitere Akteure, müssten gemeinsam Lösungen finden, schrieb das BWO. Gefragt seien Ansätze, die den lokalen Gegebenheiten entsprächen.

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