Schaffhausen und Thurgau wollen Quaggamuscheln verwerten
Die Kantone Schaffhausen und Thurgau starten einen Versuch, um die Quaggamuscheln aus dem Rhein zu verwerten. In einem Zementwerk wird geprüft, ob die Muschelschalen als Ersatz für Kalkstein eingesetzt werden könnten.
(Keystone-SDA) Ziel ist es, die Ablagerungen in strömungsarmen Bereichen des Rheins zu verringern, wie die beiden Kantone am Dienstag mitteilten. Rund 100 Kubikmeter Muschelsedimente werden im Bereich «z’Hose» bei Stein am Rhein mit einem Löfffelbagger vom Ufer aus entnommen.
Im Zementwerk im Kanton Aargau werden dann Qualitätsanforderungen und Prozessstabilität geprüft. Auch ein möglicher Einsatz der Muschelschalen in der Düngemittelindustrie steht im Fokus. Gegen Ende dieses Jahres sollen die Resultate vorliegen.
Sollte eine nachhaltige Verwertung zu verhältnismässigen Kosten möglich sein, wären grossflächige Ausbaggerungen der Muscheln sinnvoll, heisst es in der Mitteilung.
Probleme für Schifffahrt
Seit 2024 führen Ablagerungen von abgestorbenen Quaggamuscheln im Hochrhein zwischen Diessenhofen und Stein am Rhein bei tiefem Wasserstand zu Problemen für die Kursschifffahrt. Nach grossen Ablagerungen im Sommer 2024 wurden unterhalb von Stein am Rhein Muschelsedimente ausgebaggert, um die Schifffahrt wieder zu ermöglichen. 2025 traten erneut massive Ablagerungen auf.
Aufgrund der hohen Kosten und der offenen Fragen zur weiteren Entsorgung und Verwertung des Materials verzichteten die Kantone Schaffhausen und Thurgau zunächst auf grossflächige Ausbaggerungen. Anfang Juni 2026 wurden lokale Ablagerungen oberhalb der Hemishoferbrücke aufgelockert und dem natürlichen Abschwemmungsprozess überlassen. Damit konnte die Situation für die Schifffahrt verbessert werden.