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Schweizer rudern durch Arktis und trotzen Schnee, Eis und Wellen

Schweizer Ruderer bahnen sich ihren Weg durch die Arktis und trotzen Schnee, Eis und Wellen
Schweizer Ruderer bahnen sich ihren Weg durch die Arktis und trotzen Schnee, Eis und Wellen Keystone-SDA

Nach 33 Tagen auf See hat das Team Arctic Row wieder festen Boden unter den Füssen. Die vier Schweizer sind erstmals quer durch die Arktis gerudert. Auf ihrer Mission haben sie widrigen Wetterbedingungen getrotzt und dabei neue Massstäbe gesetzt.

(Keystone-SDA) Die ersten Schritte an Land waren noch zögerlich – nach der langen Zeit auf See mussten sich Florian Ramp, Roman Möckli, Frederik Jacobs und Ben von Mitzlaff erst an das Gefühl gewöhnen, wieder festen Boden unter den Füssen zu spüren. Auf den Färöer Inseln angekommen, wurden die vier von Ortsansässigen und angereisten Familienmitgliedern in Empfang genommen.

Dem Schweizer Team ist es erstmals gelungen, die Arktis vollständig aus eigener Kraft zu durchqueren. Dass dem Team dabei Erstaunliches gelang, zeugen auch die Rekorde, die die vier Ruderer auf ihrer Reise aufgestellt haben. Unter anderem für die erste vollständige Durchquerung der Arktis im Ruderboot und die längste im Viererteam zurückgelegte Gesamtdistanz im arktischen Ozean – auch Polarmeer -, soll ihre Pionierleistung offiziell anerkannt werden.

33 Tage im Ausnahmezustand

Als die Schweizer Abenteurer am 3. Juli in Longyearbyen, Norwegen, zu ihrer Expedition aufgebrochen waren, hatten sie sieben bis zehn Kilogramm mehr auf die Wage gebracht. Die einseitige Bewegung und fehlende Bewegungsmöglichkeiten haben während der 33-tägigen Durchquerung an ihren Reserven gezehrt.

Wochenlang bekamen die Vier keinen Sonnenstrahl zu Gesicht. Während eines Sturms drang Wasser in die Kabinen, die von da an nicht mehr trocken zu kriegen waren und in denen sie sich zeitweise zu viert zusammengepfercht aufhalten mussten.

«Unser Abenteuer war hart», schrieb das Team rückblickend, das während der Durchquerung nicht nur körperlich an seine Grenzen stiess. Nun gelte es, den Ausnahmezustand der letzten Wochen zu verarbeiten, hiess es nach ihrer Ankunft

Grenzen verschieben

Besonders Jacobs, der noch keine Rudererfahrung im Ozean gemacht hatte, hatte zuvor Zweifel: Mit der Durchquerung sammelte er die erste Extremsporterfahrung seines Lebens. Und er hat dabei gemerkt, dass sein Körper zu mehr fähig ist, als er sich zugetraut hätte.

«Wir haben unsere eigenen Grenzen hinausgeschoben. Wir haben bewiesen, dass vieles möglich ist, wenn man sich auf den Weg macht», schrieb das Team, das damit auch anderen Mut machen möchte, eigene Grenzen zu verschieben.

Eisschmelze hat Expedition ermöglicht

Die Expedition möchten die vier auch dafür nutzen, auf eine weitere Grenze aufmerksam zu machen, die sich derzeit verschiebt. «Dass wir so hoch in den Norden rudern konnten, war nur möglich, weil das Eis immer mehr schmilzt,» stellte Möckli fest.

Gemeinsam mit seinem Team möchte er Menschen dazu anhalten, der Erde Sorge zu tragen. So sollen die Spenden, die sie auf ihrem Weg durch den Arktischen Ozean gesammelt hatten, auch für den Klimaschutz eingesetzt werden.

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