Stadtrat Uster lässt Kommunikation in «Polizei-Affäre» aufarbeiten
Der Stadtrat von Uster hat eine weitere Untersuchung der "Polizei-Affäre" in Auftrag gegeben. Die Beratungsfirma Farner Consulting soll die Kommunikation des Stadtrats untersuchen. Es ist bereits das dritte externe Mandat, um die Ereignisse aufzuarbeiten.
(Keystone-SDA) Der Bericht soll die Kommunikation des Stadtrates vollständig und nachvollziehbar darstellen, wie es in einer Mitteilung des Ustermer Stadtrats vom Dienstag heisst. «Der Bericht soll allfällige Fehleinschätzungen und Verbesserungsmöglichkeiten benennen und Vorschläge für die künftige Kommunikation der Stadt machen.» Ende November sollen die Ergebnisse vorliegen.
Schon im August erteilte der Stadtrat der Firma BDO, einer Wirtschaftsprüfungs-, Treuhand- und Beratungsgesellschaft, den Auftrag, die Finanzen, Prozesse und Regeln vertieft zu untersuchen
Gleichzeitig mandatierte der Stadtrat Bruno Keller, den ehemaligen Kommandanten der Kantonspolizei Zürich. Keller soll insbesondere die Betriebskultur im Geschäftsfeld Sicherheit untersuchen und dem Stadtrat Vorschläge vorlegen.
Ende August sprach sich das Ustermer Stadtparlament für eine PUK aus. Die Geschäftsleitung muss nun einen Entwurf zur Einsetzung einer Untersuchungskommission ausarbeiten.
Auto, Strassensperren und App finanziert
Die Polizei-Affäre beschäftigt Uster bereits seit Monaten. Ursprünglich räumten die Behörden Überschreitungen der Finanzkompetenzen in der Höhe von rund 500’000 Franken ein. Dabei wurden grössere Anschaffungen in kleine Rechnungen aufgesplittet, um sie im Kompetenzbereich des Kommandanten freigeben zu können. Gemäss den durchgesickerten Untersuchungsberichten soll sich der Betrag jedoch auf mindestens 774’000 Franken belaufen.
Finanziert worden sein sollen mit den aufgeteilten Rechnungen unter anderem ein teurer Geländewagen, Strassensperren und eine App. Laut Medienberichten flossen zudem fast 250’000 Franken in Einsatzhosen. Der zuständige Polizeikommandant war bereits im Frühjahr entlassen worden, weil ihm der Stadtrat das Vertrauen entzogen hatte.