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Herdenschutzhund und Schafherde in steilem Gelände.

Heute in der Schweiz

Liebe Auslandschweizerinnen, liebe Auslandschweizer

Als Städter hab ich gut reden, wenn ich finde, der Wolf solle streng geschützt bleiben. Logisch, sieht das mancher Nutztierhalter im Alpenraum etwas anders.

Herzliche Grüsse aus Bern

Herdenschutzhunde und Schafe im steilen Gelände.
Herdenschutz

Wie kann man Schafe vor dem Wolf schützen? In einigen Gegenden der Schweiz heisst die Antwort schlicht: gar nicht.

Seit Mitte der 1990er-Jahre erstmals seit seiner Ausrottung wieder ein Wolf in der Schweiz nachgewiesen wurde, ist das Raubtier immer wieder Gegenstand aufgeregter Debatten. Auf der einen Seite jene, die den Wolf primär als Gefahr für sich und ihre Nutztiere sehen. Ihnen gegenüber jene, für die der Wolf ein Stück intakte Natur symbolisiert.

Auch im neuen Jagdgesetz, über das die Schweiz Ende September abstimmt, spielt Meister Isegrim eine wesentliche Rolle. Es schreibt etwa vor, dass Entschädigung für Schäden, die durch geschützte Tierarten verursacht wurden, nur dann fliessen, wenn zuvor Präventivmassnahmen getroffen wurden.

Um Herden gegen Raubtiere wie den Wolf zu schützen, rät das Bundesamt für Umwelt (Bafu) zu Zäunen und Schutzhunden. In 98 Prozent der Fälle reiche das, um die Nutztiere zu schützen, sagt die stellvertretende Bafu-Direktorin, Franziska Schwarz. Bei kleinen Herden, unzugänglichen und steinigen Weiden und fehlender Infrastruktur wie Unterkünften und Zugangswegen stösst der Herdenschutz allerdings an seine Grenzen.

  • Im Tessin könnten etwa 70 Prozent der Schaf- und Ziegenweiden nicht nachhaltig geschützt werden, heisst es im Artikel von Sonia Fenazzi.
  • Zwei Bergbauern, zwei Meinungen: Ein StreitgesprächExterner Link über den Wolf und das Jagdgesetz im Migros-Magazin.
  • In der Surselva verbreiten sich die Wölfe, bilden Rudel, reissen Schafe und wagen sich an die Dörfer – eine ReportageExterner Link der Republik (Paywall).
  • Unser Dossier zur Abstimmung zum neuen Jagdgesetz.
Grenzübergang Frankreich Schweiz
Keystone / Georgios Kefalas

SVP-Doyen Christoph Blocher und WIrtschaftseminenz Walter Kielholz gelten als Feinde. Doch im Gespräch finden sie überraschend viele Gemeinsamkeiten – auch beim Thema offene Grenzen.

Am 27. September kommt nicht nur das Jagdgesetz zur Abstimmung, sondern auch die «Begrenzungs-Initiative». Vordergründig geht es um die Frage: Soll zwischen der Schweiz und der Europäischen Union (EU) weiterhin der freie Personenverkehr gelten? Das Abstimmungsergebnis wird aber auch Einfluss haben auf die künftigen Beziehungen der Schweiz mit Europa. So sind etwa die Verhandlungen über das Rahmenabkommen derzeit wegen dem Urnengang sistiert.

Im Vorfeld der Volksabstimmung hat die NZZ zwei Alphatiere zum Streitgespräch geladen: Walter Kielholz, FDP-Mitglied und Freund der EU, trifft auf Christoph Blocher, SVP-Patron und Europa-Gegner. Die Corona-Krise habe gezeigt, dass die Schweiz ein hohes Durchschnittsalter habe, sagt Kielholz. » Wir müssen neue Arbeitskräfte ins Land holen können.» Aber: Die Schweiz brauche eine neue Ventilklausel und müsse sich unter den EU-Mitgliedern Verbündete suchen, die ähnlich dächten.

Mittlerweile wolle ja sogar der französische Präsident, Emmanuel Macron, die Einwanderung aus EU-Ländern beschränken, pflichtet Blocher bei und fragt rhetorisch: «Und für uns soll das nicht gelten?»

  • Ein Gespräch über Europa, die Schweiz und Ferdinand Hodler: Walter Kielholz und Christoph Blocher im DoppelinterviewExterner Link mit der NZZ (Paywall).
  • Unser Dossier zur Abstimmung zur «Begrenzungs-Initiative».
  • Wie stimmen Sie am 27. September ab? Nehmen Sie an der SRG-UmfrageExterner Link teil.
Vier Winderäder auf einem bewaldeten Hügel.
© Keystone / Jean-christophe Bott

Windkraft steckt in der Schweiz seit Jahren in einer Flaute. Nun kommt es im Berner Jura zu einer wegweisenden Abstimmung.

Wenn die grossen, weissen Rotorblätter eines Windrads stoisch ihre Runden drehen, dünkt mich, diese Form der Energiegewinnung habe etwas Elegantes. Gut möglich aber, dass ich es nicht mehr ganz so elegant fände, wenn jemand einen Windpark direkt vor meinem Haus planen würde.

In der Schweiz hat es die Windenergie jedenfalls nicht einfach. Immer wieder blockieren Einsprachen den Bau neuer Windräder. Fünf Projekte sind derzeit vor Bundesgericht hängig. Zu gross sind die Sorgen um Lärmemissionen, verbaute Landschaften und abgewertete Grundstücke.

Es überrascht deshalb nicht, dass im Schweizer Strommix Windenergie kaum eine Rolle spielt. Nur 0,2 Prozent des hierzulande verbrauchten Stroms stammt aus Windkraft. Zum Vergleich: In Dänemark decken Windkraftwerke fast die Hälfte des Strombedarfs.

  • Seit Jahren steckt die Windenergie in der Schweiz in einer Flaute. Nun steht eine wegweisende, lokale Abstimmung an – ein Beitrag von Alain Meyer.
  • Drohnen statt Windräder: Ein Startup aus Lugano will mit neuer Technologie die Windkraft revolutionieren – ein Videobeitrag von Stefanie Hasler und Lukas Wagner.
  • Der Windpark als Tourismusmagnet?Externer Link Ein Reporter der Tageszeitung «Der Bund» hat sich das im Berner Jura angeschaut.
  • Der Jurabogen ist eines der bevorzugten Gebiete für Windenergie. Aber auch in der Ostschweiz ist sie ein Thema – die wichtigsten FaktenExterner Link hat das St. Galler Tagblatt zusammengetragen (Paywall).
  • In Deutschland ist die Stimmung gegenüber Windenergie positiver. Nau berichtete über eine entsprechende UmfrageExterner Link.
Marco Rima auf der Zirkusbühne.
Keystone/eddy Risch

Die Schweizer Corona-Skeptiker haben ein prominentes Gesicht: Marco Rima sorgt mit Aussagen für Aufregung.

Ist Marco Rima die neue Identifikationsfigur der Schweizer Corona-Skeptiker? Der Schweizer Komiker hat mit seinen Aussagen zu Corona in der Radiosendung Doppelpunkt mit Roger Schawinski für Schlagzeilen gesorgt. Die Regierung greife massiv und planlos «in unsere Selbstbestimmung und Eigenverantwortung» ein, sagte Rima am Sonntag. Der Mehrheit der Leute gehe es doch gut und nur die wenigsten würden sterben.

Es war nicht Rimas erster Auftritt als Corona-Skeptiker. In mehreren viel beachteten Videos auf Facebook äusserte er sich bereits früher zur Pandemie, schlug etwa vor, man solle aufhören zu testen. Er kenne keinen, der am Virus erkrankt sei. Aber die Regierung mache trotzdem weiter mit ihren Massnahmen zur Eindämmung der Krankheit. Dabei sei die zweite Welle gar keine Welle, ja nicht einmal ein «sanftes Kräuseln, das über das Wasser streicht». Er sei kein Verschwörungstheoretiker, sagt Rima am Radio, er stelle lediglich Fragen.

Rima ist damit zum prominenten Aushängeschild für die Bewegung der Corona-Skeptiker geworden. Ähnlich wie es der Sänger Xavier Naidoo und der Vegan-Koch Attila Hildmann in Deutschland sind – wenn auch um einiges weniger radikal als die beiden.

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