Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Der Schweizer Franken gilt weltweit traditionell als starke Währung und sicherer Hafen. Die Nachrichten von heute zeigen, dass dieser Ruf mehr denn je zutrifft.
Weniger gut geht es den Schweizer Waffengeschäften, besonders jenen in Grenznähe. Diese wurden in letzter Zeit besonders oft ausgeraubt.
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Wenn Sie Schweizer Franken rumliegen haben und demnächst einen Urlaub in einem europäischen Land planen, ist jetzt wahrscheinlich der ideale Zeitpunkt, um diese in Euro umzutauschen. Der Euro ist gegenüber dem Schweizer Franken auf einen historischen Tiefstand gefallen. Am gestrigen Dienstag sank er auf 0,9210 Franken, den niedrigsten Stand seit seiner Einführung.
Diese Entwicklung ist auf die traditionelle Funktion des Schweizer Frankens als sicherer Hafen zurückzuführen. Politische und wirtschaftliche Unsicherheiten führen derzeit dazu, dass in Währungen investiert wird, die als sicher gelten. Ein konkretes Beispiel: Die Financial Times berichtete von einem regelrechten Kapitalabfluss aus Frankreich in die Schweiz und nach Luxemburg. Die Bewegung begann mit der Auflösung der Nationalversammlung durch Präsident Macron im Juni 2024 und hat sich seitdem beschleunigt.
Für die Schweizer Wirtschaft ist diese Aufwertung des Franken ein zweischneidiges Schwert. Importe werden billiger, was insbesondere für die helvetischen Haushalte eine gute Nachricht ist. Andererseits macht ein starker Franken Schweizer Produkte im Ausland teurer und benachteiligt somit die exportorientierten Sektoren.
Die Stärke des Frankens ist nicht die einzige Sorge der Schweizer Exportindustrie. Trotz einer Erholung im September belasten die seit Anfang August erhobenen US-Zölle in Höhe von 39% die Schweizer Exporte. Laut den jüngsten Zahlen des Bundesamts für Zoll und Grenzsicherheit gingen die Exporte in die USA im dritten Quartal gegenüber dem Vorquartal nominal um 8,2% zurück.
Schon seit langem werden Schweizer Bancomaten regelmässig Opfer von Überfällen durch organisierte Banden aus dem Ausland. Doch nun haben Raubüberfälle ein weiteres Ziel: Waffenläden. In den letzten Wochen wurden in mehreren Kantonen koordinierte Überfälle verzeichnet.
In der Deutschschweiz waren die Kantone Basel-Landschaft und Aargau zwischen 2020 und 2021 besonders betroffen. Nach einer Phase der Erholung beunruhigt eine neue Welle von Einbrüchen die Behörden. Die letzten erfassten Angriffe fanden vor einigen Tagen im Kanton Waadt statt, mit einem erfolgreichen Einbruch in Renens und einem gescheiterten Versuch in Le Mont-sur-Lausanne. In den Kantonen Wallis und St. Gallen sind im vergangenen Sommer vier weitere Waffenläden überfallen worden.
Die Vorgehensweise ist oft die gleiche: schnelle und brachiale Überfälle in der Nacht mithilfe von Rammfahrzeugen. Nach der Tat flüchten die Täter in Richtung Grenze. Das Bundesamt für Polizei (Fedpol) erklärt, dass «die in der Schweiz identifizierten Gruppen häufig aus den Vierteln der Region Lyon, Annemasse, Grenoble, Montbéliard oder Saint-Étienne» in Frankreich stammen. «Einige Gruppen sollen auch in den Drogenhandel verwickelt sein.»
Bei den Tätern handelt es sich immer häufiger um Jugendliche, die von kriminellen Organisationen über soziale Netzwerke angeworben werden. Im Zusammenhang mit dem versuchten Raubüberfall in Mont-sur-Lausanne nahm die Polizei neun Verdächtige fest: einen Waadtländer und acht Franzosen im Alter zwischen 19 und 22 Jahren.
In seiner wöchentlichen Sitzung hat der Bundesrat beschlossen, die Hilfe für Opfer von häuslicher und sexueller Gewalt zu verbessern. Die Regierung bestätigte ihre Absicht, die forensischen Leistungen und die Unterbringungsangebote für die Opfer zu verstärken. Für den Bundesrat sind diese Massnahmen angesichts der «besorgniserregenden Zunahme» dieser Art von Gewalt ein wichtiger Schritt.
Im Asylbereich beschloss der Bundesrat, dass Personen, die in der Schweiz Asyl erhalten, künftig grundsätzlich nicht mehr ins Ausland reisen dürfen. Es sei denn, es handelt sich um eine Ausnahme. Personen aus der Ukraine mit dem Schutzstatus S sind von dieser Massnahme nicht betroffen. Die Regierung hat ausserdem administrative Erleichterungen festgelegt, um die Eingliederung von S-Status in den Arbeitsmarkt zu fördern.
Zum Schluss geht es noch um den Luftschutzkeller: Die Tradition, dass jede in der Schweiz lebende Person im Falle eines Krieges oder einer Katastrophe einen Schutzraum zur Verfügung hat, wird nicht so schnell verschwinden. Der Bundesrat hat Massnahmen zur Erhaltung der Schutzräume verabschiedet. «Angesichts der veränderten globalen Sicherheitslage sind Schutzbauten von grosser Bedeutung», begründet die Regierung ihre Entscheidung.
Die Cinémathèque suisse hat einen neuen Direktor: Der Filmwissenschaftler und ehemalige Filmkritiker Vinzenz Hediger wird am 1. Januar Frédéric Maire ersetzen, der letzten Monat in den Ruhestand getreten ist.
Der 56-jährige Vinzenz Hediger hat an mehreren europäischen Universitäten und in den Vereinigten Staaten gelehrt. In seiner Mitteilung präzisiert der Stiftungsrat der Cinémathèque suisse, dass er wichtige interdisziplinäre Forschungsprojekte zum Thema Kino und Archive geleitet hat. Derzeit ist er Professor für Filmwissenschaft an der Goethe-Universität Frankfurt am Main.
Hediger wurde aus 40 Bewerbungen ausgewählt. Als fünfter Direktor der Institution wird er die Aufgabe haben, «sie in eine neue Entwicklungsphase zu führen, zwischen öffentlicher Ausstrahlung, Erhaltung der Sammlungen und strategischem Management».
Die 1948 gegründete Cinémathèque suisse hat drei Standorte: Zürich, Lausanne und das 2019 eröffnete Forschungs- und Archivzentrum in Penthaz (Waadt). Ihre Aufgabe ist es, das Schweizer und internationale Filmerbe zu bewahren, zu restaurieren und zu fördern. Sie beherbergt eine Sammlung von mehr als 10 Millionen Objekten, eine der weltweit bedeutendsten Sammlungen zum Thema Kino.
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