Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Sehr wahrscheinlich lesen Sie dieses Briefing auf Ihrem Smartphone. Doch welches Gerät verwenden Sie? Hier können Sie herausfinden, ob Ihre technischen Vorlieben denen der meisten Schweizer:innen entsprechen – oder davon abweichen.
Weitere Themen heute: Befürchtungen rund um den G7-Gipfel, Ausbaupläne für eine Hochburg des Schweizer Tourismus und die neusten Entscheide des Parlaments.
Viel Vergnügen bei der Lektüre!
Die Genfer Behörden rechnen bereits jetzt mit Protesten rund um den G7-Gipfel im Juni 2026 in Evian. Besonders im Fokus steht eine für den 14. Juni in Genf angekündigte Mobilisierung «gegen Faschismus und Imperialismus». Die Behörden befürchten eine Wiederholung der Gewalt von 2003 – ein Trauma, das bis heute nachwirkt.
Der Genfer Staatsrat fordert Frankreich auf, die Demonstrationen auf seinem Territorium stattfinden zu lassen. Die für die öffentliche Sicherheit zuständige Staatsrätin Carole-Anne Kast betont, dass Genf, das nicht am G7 beteiligt ist, die Risiken nicht allein tragen sollte. «Wir sind der Ansicht, dass ein Gipfel dieses Ausmasses auch den demokratischen Protest zulassen muss und dass es Aufgabe der Gastgeberländer ist, all das zu organisieren.»
Bislang hat Paris auf die Forderungen aus Genf nicht klar reagiert, die Verhandlungen dauern an. «Wir haben keine Antwort», sagt Kast. «Wir sind etwas frustriert.»
Parallel dazu bereitet die Schweiz ein umfangreiches Sicherheitsdispositiv vor. Im Januar genehmigte der Bundesrat den Einsatz von bis zu 5000 Armeeangehörigen zur Unterstützung der Zivilbehörden. Die Armee wird zu Land, auf dem See und im Luftraum eingesetzt und arbeitet eng mit der französischen Armee zusammen.
Das Erweiterungsprojekt des Schokoladenmuseums in Broc hat eine neue Etappe erreicht. Der Verein Gruyère-Chocolat hat die überarbeitete Version des geplanten «Parc du chocolat Cailler» vorgestellt und bestätigt, dass das Bauprojekt bis Ende März öffentlich aufgelegt wird. Damit geht es nach vier Jahren Vorbereitung in die nächste Phase.
Für den Schokoladenpark ist eine Investition von 400 Millionen Franken geplant, um die Geschichte von Kakao und Milchschokolade zu erzählen. Vorgesehen sind unter anderem eine Luftseilbahn, die den Park mit einem unterirdischen Parkplatz verbindet, sowie Gewächshäuser in Form einer Kakaobohne, in denen Kakaobäume wachsen sollen.
Die Museumsfläche soll von 2000 auf 30’000 m2 erweitert werden, was eine reduzierte Fassung des ursprünglichen Projekts ist. Gespräche mit dem Bund, dem Kanton Freiburg, der Gemeinde Broc und Umweltorganisationen führten zu Anpassungen an die gesetzlichen und ökologischen Vorgaben.
Das Maison Cailler gehört bereits heute zu den meistbesuchten Attraktionen der Schweiz. Ziel ist es, jährlich eine Million Besucher:innen anzuziehen.
Eine neue Studie von Comparis zeigt, dass sich der Schweizer Smartphone-Markt deutlich vom internationalen Trend unterscheidet. Besonders auffällig ist die starke Verbreitung von iPhones.
In einer Welt, die von Android dominiert wird, hat Apple 2025 in der Schweiz eine symbolische Schwelle überschritten: Fast jede zweite erwachsene Person (49,3%) nutzt iOS. Damit nähert sich die Schweiz eher dem US-Markt an als ihren europäischen Nachbarn.
Auffällig ist auch, wie viel Schweizer:innen für ihre Geräte ausgeben. 2025 lag das durchschnittliche Budget bei 574 Franken – ein Anstieg von 11% gegenüber 2020. Neben Apple sind auch Samsung-Geräte weit verbreitet (37,2% Marktanteil). Gleichzeitig gewinnt das Google-Smartphone Pixel an Bedeutung, während chinesische Marken stark an Marktanteilen verlieren.
Die steigenden Preise wirken sich auch auf das Verhalten der Nutzer:innen aus. Wer mehr bezahlt, behält sein Gerät länger: 65% geben an, ihr Smartphone länger zu nutzen als früher. Der Anteil jener, die ihr Gerät vier Jahre oder länger behalten, ist deutlich gestiegen – von 8,9% im Jahr 2020 auf 15,7% im letzten Jahr.
Zudem zeigt sich eine ausgeprägte Markentreue: 91,8% der iPhone-Nutzer planen, wieder ein iPhone zu kaufen. Auch Android-Nutzer:innen bleiben ihrer Marke meist treu. In einem Markt mit steigenden Preisen und geschlossenen Ökosystemen wird ein Wechsel für viele unattraktiv.
Die Frühjahrssession des Parlaments geht morgen zu Ende. Der Ständerat hat entschieden, die Schweizer Neutralität in der Verfassung nicht weiter zu präzisieren. Auf Vorschlag der Einigungskonferenz beschloss er zudem, keinen direkten Gegenvorschlag zur Volksinitiative «Schweizer Neutralität wahren» vorzulegen.
Nationalrat und Bundesrat hatten sich zuvor gegen einen zusätzlichen Verfassungsartikel ausgesprochen, da sich in der Praxis nichts ändern würde. Die Initiative verlangt unter anderem, dass die Schweiz keinem Verteidigungsbündnis beitritt und keine Wirtschaftssanktionen ausserhalb des UNO-Rahmens verhängt.
Der Nationalrat ist der Ansicht, dass sich die Überlastung der Notaufnahmen nur via Portemonnaie verringern lässt. Er hat deshalb eine Gebühr von 50 Franken für Personen gutgeheissen, die die Notaufnahme aufsuchen, ohne anschliessend hospitalisiert zu werden. Ausgenommen wären Kinder, Schwangere sowie Personen, die von einer Ärztin oder einem Arzt überwiesen werden. Der Vorschlag geht nun an den Ständerat.
Der Nationalrat hat die Volksinitiative abgelehnt, die ein Importverbot für Stopfleber verlangt. Das Parlament tendiert stattdessen zu einem indirekten Gegenvorschlag und setzt eher auf eine schrittweise Verschärfung der Importregeln als auf ein sofortiges Verbot. Ziel ist es, den ethischen Bedenken Rechnung zu tragen, ohne einen abrupten Bruch mit den Konsumgewohnheiten zu riskieren.
Auch das Thema Wolf wurde diskutiert. Der Ständerat hat eine Motion angenommen, die den Abschuss von Wölfen erlaubt, sobald ihre Population eine bestimmte Grösse erreicht. Die Zahl der Tiere ist von rund zehn im Jahr 2010 auf heute über 300 gestiegen, was insbesondere Landwirt:innen in den Bergen Probleme verursacht. Das Geschäft geht zurück an den Nationalrat.
In Übereinstimmung mit den JTI-Standards