Tierschützer prangern erfolgreich Schweizer Eier-Werbung an
Die Schweizerische Lauterkeitskommission (SLK) hat eine Werbung von Suisse Garantie für Eier gerügt. Die Aussage, die Eier stammten meist aus "kleinen Herden", sei irreführend. Mehrere Tierschutzorganisationen hatten zuvor Beschwerde eingelegt.
(Keystone-SDA) Tatsächlich würden rund 65 Prozent der Legehennen in der Schweiz in Betrieben mit über 4000 Tieren leben. 80 Prozent der Tiere befänden sich in Beständen mit mehr als 2000 Hühnern. Die natürliche Herdengrösse von rund 30 Hühnern werde damit um ein Vielfaches überschritten, beanstandeten die Tierschutzorganisationen.
Die SLK gab ihnen nun recht und hiess die Beschwerde vollumfänglich gut. Die Kommission empfiehlt Suisse Garantie, künftig auf die beanstandete Werbeaussage zu verzichten, wie die Tierschutz-Plattform «Werbemist» am Dienstag mitteilte.
Falsche Vorstellung suggeriert
Im Werbevideo von Suisse Garantie vom Februar 2026 hiess es, Schweizer Eier stammten meist von Familienbetrieben «mit kleinen Herden, tierfreundlichen Ställen und bester Betreuung».
«Diese Aussage suggeriert eine besonders tierfreundliche und kleinstrukturierte Produktionsweise. Dabei leben auch Schweizer Legehennen überwiegend in Massentierhaltung», schrieben die Tierschutzorganisationen dazu.
Der Werbebeitrag beschönige auch sonst die Zustände. Die meisten Legehennen litten an schmerzhaften Brustbeinbrüchen und würden nach nur rund einem Jahr getötet, wenn ihre Legeleistung abnehme. Trotz des Entscheids der SLK sei der Beitrag weiterhin online. Die Tierschutzorganisationen forderten Suisse Garantie auf, die Werbung umgehend zu entfernen.
Die Plattform «Werbemist» ist ein Projekt des Vereins gegen tierschädliche Werbung und seit April 2026 online. Sie analysiert Werbeinhalte, die Zustände in der Tierhaltung beschönigen. Getragen wird der Verein von den Tierschutzorganisationen Animal Rights Switzerland, Sentience, Stiftung für das Tier im Recht und Tier im Fokus.