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Weinlese beginnt 2026 rund drei Wochen früher als üblich

Die Traubenernte im Jahr 2026 wird etwa drei Wochen früher als üblich beginnen
Die Traubenernte im Jahr 2026 wird etwa drei Wochen früher als üblich beginnen Keystone-SDA

Die Weinlese beginnt in diesem Jahr in vielen Gebieten bereits im August. Die Erntemenge dürfte geringer ausfallen als in anderen Jahren, die Qualität des Jahrgangs 2026 ist "vielversprechend".

(Keystone-SDA) Mehrere Winzer wie beispielsweise die Familie Obrecht in der Bündner Herrschaft Jenins haben bereits diese Woche mit der Traubenernte begonnen. Damit findet der «Läset» in den meisten Weinanbaugebieten der Schweiz rund drei Wochen früher statt als üblich.

In den Kantonen Schaffhausen und Thurgau rechnet Weinbaukommissär Hansueli Pfenninger «mit einem sehr frühen Erntebeginn» – ab Ende August. Diese Situation gab es bereits in den Jahren 2003 und 2018. Und wie in diesen beiden aussergewöhnlichen Jahren rechnet Pfenninger auch 2026 mit einem herausragenden Jahrgang.

Kleine Traubenbeeren

Auch in Graubünden werde sich die Trockenheit auf die Weinlese auswirken, prognostiziert sein Kollege Walter Fromm. Der Feuchtigkeitsmangel betreffe jedoch nicht alle Regionen gleich stark. Westlich von Maienfeld und östlich von Fläsch seien die Lagen mit leichten Böden und geringer Wasserspeicherkapazität am stärksten gefährdet. Auffällig ist vielerorts auch, dass die Traubenbeeren wegen des Wassermangels sehr klein ausgefallen sind.

In einigen Kantonen der Romandie hat es eine so frühe Weinlese im August noch gar nie gegeben. Rémy Alain Reymond, Leiter des Neuenburger Amtes für Weinbau und Agrarökologie, spricht von einer «historischen Frühreife». «Wir hatten einen sehr frühen Jahrgang erwartet, und trotzdem sind viele Winzer davon überrascht», fügte er hinzu.

Im Wallis dürfte die Weinlese für bestimmte, gut exponierte Rebflächen in der Woche vom 24. August beginnen und sich ab dem 31. August auf das gesamte Gebiet ausweiten, was besonders früh ist. «Den Reifekontrollen zufolge liegen wir derzeit zwischen sechs und zwölf Tagen vor dem Jahr 2022, das ein heisses Jahr war», teilte das Walliser Amt für Weinbau und Wein auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mit.

Im Kanton Genf wird der Erntezeitpunkt als «eher normal für ein Hitzewellenjahr» eingestuft, erklärte Dorian Pajic, Leiter des Programms Weinbau und Önologie im Kantonalen Amt für Landwirtschaft und Natur.

Hitze entscheidet über Qualität

Im Kanton Waadt schliesslich wird die Weinlese Anfang September beginnen, etwa zwei Tage später als im Jahr 2003. Es hält den Rekord für die früheste Lese, wie der Präsident des Waadtländer Winzerverbands, François Montet, betonte. Er merkte jedoch an, dass die Hitzewelle keinen Einfluss auf den Zeitpunkt der Weinlese habe.

Dieser richte sich nach dem Zeitpunkt der Blüte der Reben, der wiederum von der Frühlingswärme beeinflusst werde. Die Hitzewelle im Sommer hingegen entscheide über die Qualität, sagte er und prognostizierte, der Jahrgang 2026 werde qualitativ sehr gut sein.

Trotzdem gibt es Vorbehalte. Extreme Hitze und sehr starke Sonneneinstrahlung können laut Önologen Verbrennungen und Sonnenbrand an den Trauben verursachen, was zu möglichen Ernteausfällen führen kann. Und auch Wassermangel ist schlecht für den Ernteertrag. Deshalb hoffen viele Winzer auf ein paar Regenschauer, bevor sie mit der Lese beginnen.

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