Zürcher Gemeinderat erhält im zweiten Anlauf mehr Geld
Das Zürcher Stimmvolk hat höhere Entschädigungen für Gemeinderatsmitglieder gutgeheissen. Nach dem Scheitern des ersten Entwurfs vor anderthalb Jahren fliesst künftig mehr Geld auf die Konten der Gemeinderätinnen und Gemeinderäte.
(Keystone-SDA) Mit 56,7 Prozent Ja-Stimmen genehmigten die Stimmberechtigten die Totalrevision der Entschädigungsverordnung. 62’015 waren dafür, 47’409 dagegen. Die Stimmbeteiligung lag bei 47,4 Prozent. Damit steigen die Jahresentschädigungen der Ratsmitglieder im Schnitt von gut 16’000 auf rund 20’000 Franken.
Die Vorlage stellt einen überparteilichen Kompromiss dar. Nachdem eine erste Revision im Februar 2025 an der Urne gescheitert war, einigten sich SP, FDP, Grüne, GLP, Mitte, EVP und AL auf eine moderatere Variante. Neben einer höheren Grundentschädigung sieht die Verordnung neu Beiträge an Kinderbetreuung bei Abendsitzungen, Entschädigungen bei Mutterschaft sowie bei Assistenzbedarf vor.
Eine breite Allianz argumentierte, das Milizsystem müsse gestärkt werden. Ein Mandat entspreche einem Pensum von rund 30 Prozent. Höhere Entschädigungen stellten sicher, dass auch Personen mit kleinerem Einkommen oder Care-Pflichten mitwirken können.
Kritiker aus den Reihen der SVP lehnten die Vorlage als unnötige Erhöhung der Ausgaben ab. Sie forderten Sparsamkeit und verwiesen auf den ehrenamtlichen Charakter der Parlamentsarbeit.