Zürcher Gericht spricht Sonntagszeitung-Chef Rutishauser frei
Im Fall Pierin Vincenz ist das öffentliche Interesse wichtiger als die Geheimhaltungspflicht der Behörden: Das Zürcher Bezirksgericht hat am Dienstag Sonntagszeitungs-Chef Arthur Rutishauser freigesprochen.
(Keystone-SDA) Rutishauser wehrte sich gegen eine Busse, die ihm im April 2025 vom Statthalteramt wegen «Veröffentlichung amtlicher geheimer Verhandlungen» aufgebrummt wurde. Der Chefredaktor hatte im Juli 2023 über ein neues Vorverfahren gegen Vincenz und drei weitere Verdächtigte berichtet.
Die Staatsanwaltschaft gab zwar nur einen Tag darauf bekannt, dass sie die Ermittlungen einstellt. Zum Zeitpunkt der Artikel-Publikation galten die Informationen aber noch als geheim. Rutishausers Busse betrug 1200 Franken, dazu kamen Gerichtskosten von 650 Franken.
Rutishauser kritisierte das Verfahren gegen ihn. So gefährde man die Pressefreiheit. Es sei wichtig, dass die Öffentlichkeit informiert worden sei. Schliesslich sei der Fall Vincenz einer der grössten Wirtschaftsstraffälle der vergangenen Jahre.