Zürcher Regierungsrat soll die Folgen des Hitzesommers beziffern
Der Kantonsrat fordert vom Zürcher Regierungsrat einen Bericht zu den volkswirtschaftlichen Folgen des Hitzesommers. Der Regierungsrat zeigte sich schon bereit, einen Bericht zu erstellen.
(Keystone-SDA) Der Hitzesommer hallt weiter nach: In der Kantonsratssitzung vom Montag gab es keinen Ablehnungsantrag. Der Rat überwies das Postulat somit diskussionslos.
Der Bericht soll nach den Vorstellungen der Postulanten von SP, Grünen, GLP, EVP und AL eine Grundlage bilden, um zu entscheiden, mit welchen Mitteln die Resilienz von Gewerbe, Wirtschaft und Landwirtschaft gegen Hitze und Trockenheit in Zukunft erhöht werden kann.
Die steigenden Durchschnittstemperaturen in Sommer und Winter würden ziemlich genau den Prognosen der internationalen Klimaforschung entsprechen, wie sie jeweils in den Weltklimarat-Berichten synthetisiert werde, heisst es im Antrag. «Entsprechend müssen wir davon ausgehen, dass die Durchschnittstemperaturen weiter ansteigen werden.»
Schäden in Millionenhöhe
In der Zürcher Umweltpolitik wurden 2020 erste Zahlen für volkswirtschaftliche Kosten aufgrund von Modellrechnungen präsentiert: Für einen damals «mittleren» Sommer wurden für den Kanton Zürich volkswirtschaftliche Verluste im Umfang von 155 Millionen Franken ermittelt, für den Hitzesommer 2019 rund eine halbe Milliarde Franken Produktivitätsausfälle.
Während im Hitzejahr 2019 in Zürich 15 Hitzetage mit Temperaturen über 30 Grad gezählt wurden, sind es für 2026 über 40. «Da man davon ausgehen muss, dass die Produktions- und Produktivitätsausfälle nicht einfach linear mit der Zahl der Hitzetage korrelieren, rechtfertigt sich eine weitere Ermittlung der volkswirtschaftlichen Kosten», schreiben die Postulanten.
Nicht zuletzt solle dadurch auch ersichtlich werden, wie sich die Investitionskosten für Klimaschutz- und Klimaanpassungsmassnahmen zu den Kosten der Schäden verhalten würden, die dadurch vermieden werden könnten.