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Anzahl Straftaten im Kanton Bern zurückgegangen

Keystone-SDA

Die Kantonspolizei Bern hat im vergangenen Jahr 82'089 Straftaten registriert. Das waren vier Prozent weniger als im Jahr zuvor. In einzelnen Bereichen verzeichnete sie dennoch eine Zunahme, etwa bei Gewalt bei Jugendlichen, Sexualdelikten und Hate Crimes.

(Keystone-SDA) Das geht aus der polizeilichen Kriminalstatistik 2025 hervor, welche die Polizei am Montag vor den Medien präsentierte. Sie verzeichnete etwa weniger Entreiss-, Einschleich-, Taschen- und Trickdiebstähle. Auch stellte sie weniger Einbrüche in Fahrzeuge fest.

Die Zahl der Einbruchdiebstähle, etwa in Häuser, stieg hingegen an. Jeden fünften davon konnte die Polizei aufklären. Auch wenn der grösste Teil der auf frischer Tat Ertappten aus den Maghreb-Staaten stammte, nahm ihr Anteil insgesamt deutlich ab, wie die Polizei bekanntgab.

Nach einem starken Anstieg in den Vorjahren stabilisierte sich die Zahl der digital begangenen Straftaten. Den grössten Teil machte die Kategorie «Cyber-Wirtschaftskriminalität» aus. Bei den meisten davon handelte es sich um Betrug. Zurück ging die Zahl der Cyber-Sexualdelikte.

Auch die Zahl der schweren Gewalttaten blieb stabil. Sorgen bereiten der Polizei hingegen die einfachen Körperverletzungen bei den 10 bis 14-Jährigen. Sie hätten zugenommen und passierten meist in der Schule und deren Umgebung, sagte Martin Schindler, der Chef der Kriminalabteilung.

Mehr Sexualdelikte und Hate Crimes

Bei den Sexualdelikten verzeichnete die Polizei eine Zunahme, insbesondere beim Straftatbestand der Vergewaltigung. Sie führt dies unter anderem auf die neue Sexualstrafrechtsreform zurück, welche am 1. Juli 2024 in Kraft trat. Die Bekämpfung von Gewalt an Frauen sei ein grosser Schwerpunkt der Polizei, sagte Schindler weiter.

Auch sogenannte Hate Crimes nahmen stark zu. Meist wurden Menschen dabei aufgrund ihrer Ethnie, Religion, ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität Opfer von Hassdelikten. Bei der Polizei gingen dazu 60 Meldungen ein.

Erfolge verzeichnete die Polizei bei der Bekämpfung von Menschenhandel und Prostitution. Sie konnte in mehreren Ermittlungsverfahren zahlreiche Opfer identifizieren und Beschuldigte herausfinden. Während die weiblichen Opfer meist aus China stammten, kamen die Männer oft aus Südamerika.

Belastung des Korps ist hoch

2025 gingen bei der Polizei insgesamt 189’991 Notrufe ein. Das waren im Schnitt 520 pro Tag. Die Einsatzkräfte rückten insgesamt 133’567 Mal aus – jeden Tag 365 Mal. Die Zahl der Korpsangehörigen nahm von 2692 im Jahr 2024 auf 2778 zu.

Die Belastung des Korps sei hoch gewesen, sagte der Kommandant Christian Brenzikofer, insbesondere wegen der vielen Demonstrationen. «Was mich dabei erschreckt und nachdenklich macht, ist die Gewalt gegenüber der Polizei», sagte er weiter. Die Kantonspolizei Bern sehe sich als Bürgerpolizei. «Extremistische Angriffe sind nicht tolerierbar.»

Weiter gebe ihm die organisierte Kriminalität zu denken, sagte Brenzikofer. «Damit wir dort intensiver arbeiten können, brauchen wir bessere Rahmenbedingungen.»

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