Heute in der Schweiz
Liebe Auslandschweizerinnen, liebe Auslandschweizer
"Eigentlich gehöre ich zu den Toten im KZ Bergen-Belsen": Die Worte von Katharina Hardy sind ebenso unfassbar wie das Grauen, das sie dort erlebte. Die Geschichte der Holocaust-Überlebenden, die im letzten Sommer in der Schweiz verstarb, ist jetzt in einem Buch verewigt.
Beste Grüsse aus Bern, wo der Schnee mittlerweile fast wieder geschmolzen ist
«Normal war nicht das Leben. Normal war der Tod.»
So beschreibt Katharina Hardy ihre Jugend in den KZs Ravensbrück und Bergen-Belsen.
Was sie dort sah und erlebte, darüber spricht sie nicht. Aber was diese Universen des Todes mit ihr gemacht haben, das benennt sie präzise.
Hardy wurde 1945 befreit – buchstäblich in letzter Sekunde, wog die 16-Jährige doch noch ganze 29 Kilogramm. Sie kehrte die Welt wieder um und hatte drei Kinder. Dabei halfen ihr die Geige und die Musik.
Niemand wusste von ihrer grauenvollen Vergangenheit. Erst 50 Jahre später begann sie, darüber zu sprechen. Ihr Zeugnis wird bleiben, dank eines Buches.
- «Eigentlich gehöre ich zu den Toten im KZ Bergen-Belsen» – unser Beitrag von Simone Müller über die unbeschreibliche Katharina Hardy.
- «Bevor Erinnerung Geschichte wird. Überlebende des Holocaust in der Schweiz heute. 15 Porträts».Externer Link – das Buch, erschienen im letzten Oktober.
- «Sie überlebten, weil irgendjemand das Richtige tat» – Interview von Kollege Balz Rigendinger mit Anita Winter, die sich für Holocaust-Überlebende in der Schweiz einsetzt.
- Konzept für Schweizer Holocaust-Denkmal eingereicht – Beitrag meiner Kollegin Sibilla Bondolfi von 2021.
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Die Schweizer Regierung ist klar das Thema der Woche. Doch welche Macht hat eine Bundesrätin in der Schweiz genau?
«Bundesräte sind nicht die Hauptpersonen, sie sind die Fussnoten der Geschichte der Schweiz.» Touché, Ueli Maurer!
Was der am Mittwoch abgetretene «Sparfuchs der Nation» damit meinte: Obwohl man ein Departement leitet, ist die Macht eines Regierungsmitglieds beschränkt im Vergleich zu einem Minister oder einer Ministerin in einer Regierung eines anderen Landes.
Mitleid aber benötigen sie keins, denn die sieben Landesväter und -mütter haben mehrere Hebel, um die Geschicke des Landes zu gestalten.
- Watson.ch hat die 6 wichtigsten aufgelistet.Externer Link
- Der Schweizer Bundesrat – ein Schönwetter-Konstrukt – Beitrag unseres Politikanalysten Claude Longchamp.
- In Bundesratswahlen steckt ein Hauch Oligarchie – Longchamp anlässlich der vorletzten Bundesratswahlen 2019.
Der Gotthard, dieses Massiv im Herzen der Schweiz, steht für ganz Vieles. Jetzt ist etwas Neues hinzugekommen.
Kühnheit, Vision, Jahrhundertwerke, Ingenieurskunst, Verkehr und Staus, Verbindung zu Gott, Wehrwille, historischer Mythos, nationale Identität: Das alles wird mit dem riesigen Gebilde aus Fels in Verbindung gebracht.
Bei den aktuellen Bohrarbeiten für die zweite Röhre des Gotthard-Strassentunnels stiessen die Mineur:innen nun auf Gestein, das Asbest enthält.
Asbest ist krebserregend. Wer ungeschützt nur schon kleine Fasern einatmet, kann Jahre oder Jahrzehnte später an Krebs erkranken.
Deswegen hat die Strassenbaubehörde des Bundes Schutzmassnahmen für die Arbeitenden und die Bevölkerung bei der Baustelle in Göschenen angeordnet.
- Tunnelbauer stossen in Göschenen auf asbesthaltiges GesteinExterner Link – Bericht in der Berner Zeitung
- Mythos Gotthard: Eine Reise über den längsten Tunnel der WeltExterner Link meiner Kollegen Daniele Mariani und Carlo Pisani von 2016.
- Die toten Arbeiter vom GotthardExterner Link – Tages-Anzeiger von 2016 (Paywall).
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Zum Schluss gibt’s ein Wintermärchen. Nicht irgendeines, sondern DAS Wintermärchen.
Letzte Nacht war es so weit: Erstmals in diesem Winter fiel Schnee bis ins Flachland.
In meiner Kindheit gab es dafür am Schweizer Radio eine fast magische Formel, oder besser Formulierung: «Schnee bis in die Niederungen», lautete der Code in den Wetterprognosen.
Es war das Startzeichen für Schneeballschlachten, Schlittel-Wettfahrten oder gar Skiabenteuer.
Heute Morgen präsentierte sich mir der Schneezauber entschieden weniger romantisch: Auf der Velofahrt zur Arbeit in die Stadt Bern war ich öfters gefordert, auf der verschneiten Strasse einen Rutscher des Vorder- oder Hinterrades auszusteuern, um nicht zu Boden zu gehen.
Nicht bei allen ging es gut aus: Allein im Kanton Bern gab es bis am Mittag über 100 Unfälle, die meisten mit dem Auto.
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