Heute in der Schweiz
Liebe Auslandschweizerinnen, liebe Auslandschweizer
Knatsch rund um Botschaften autokratisch regierter Länder und dicke Luft in Spitälern: Zu zwei Themen von gestern gibt es heute Fortsetzungen. Warnung: Es wird nicht besser.
Mit besten Grüssen
Fotos schiessen von Bergen, Seen, Kirchen und anderen Bauten: Das gehört in einer Demokratie wie der Schweiz zur Grundfreiheit.
Solange Sie sich dabei auf öffentlichem Grund befinden, sind Sie absolut «safe».
In der chinesischen Botschaft in Bern setzt sich das Personal schon mal über diese Grundfreiheit hinweg.
Das bekam ein Journalist der CH-Medien zu spüren, als er sich im Botschaftsquartier Kirchenfeld ein Bild von der Überwachung der Anwohner:innen und Passant:innen machen wollte.
Ein Mitarbeiter einer privaten Sicherheitsfirma verlangte von ihm die Löschung der Fotos – obwohl von öffentlichem Boden aus aufgenommen.
Die von ihm herbeigerufene Berner Polizei stellte die Dinge bei diesem «Clash der Systeme» auf einer engen Berner Quartierstrasse dann klar.
- Und das mitten in Bern: Der chinesische Überwachungsstaat bedrängt CH-Media-JournalistenExterner Link – Bericht von Watson.ch.
- Schweizer Journalist wird vor China-Botschaft in Bern bedrängtExterner Link – Artikel in 20Minuten.
- Anwohner ärgern sich über «rücksichtslose» RussenExterner Link – Beitrag im Tages-Anzeiger von gestern (Paywall).
Im Kinderspital Basel kämpft das Personal auch gegen aggressive Eltern. Als Ultima Ratio übernimmt jetzt ein Sicherheitsdienst.
Als ob es die Pflegenden in den Spitälern nicht schon schwer genug haben: Sie sehen sich zunehmend auch mit Angehörigen konfrontiert, die sie beschimpfen, bedrohen oder gar handgreiflich werden.
Auslöser der Eskalationen ist die chronische Überlastung der Einrichtung: Der akute Personalmangel muss oft mit Aufnahmestopps oder der Verschiebung von Operationen «aufgefangen» werden.
Damit sich das Personal wieder sicher fühlen und vor allem ungestört seine Arbeit tun kann – die kleinen Patient:innen umsorgen –, sind an Abenden und an Wochenenden nun Mitarbeitende eines Securitydienstes präsent.
- Wegen aggressiver Eltern: Basler Kinderspital hat jetzt eigenen SicherheitsdienstExterner Link – Bericht im Blick.
- Schläge, Bisse, Spuckattacken: Patienten gehen auf Ärztinnen und Pflegepersonal los!Externer Link – dieselbe Zeitung berichtete bereits im letzten Sommer über das neue Phänomen.
- Schliessung der Notaufnahme in Martigny: «Das ist erst der Anfang»Externer Link – Bericht von Watson.ch von gestern.
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Zur Abwechslung mal Good News: Kaum im UNO-Sicherheitsrat, kann die Schweiz einen ersten Erfolg verbuchen.
Im Nordwesten von Syrien, wo der Krieg von Diktator Baschar al Assad gegen die Zivilbevölkerung weiter andauert, können mehr als vier Millionen Syrerinnen und Syrer, von denen Hunderttausende auf Nothilfe angewiesen sind, für weitere sechs Monate mit Lebensmitteln, Notunterkünften oder Medikamenten versorgt werden.
Die Schweiz hat zusammen mit Brasilien den Kompromiss durchgesetzt, dass der für die Einfuhr der Hilfsgüter nötige Grenzübergang zur Türkei für ein weiteres halbes Jahr geöffnet bleibt.
Bemerkenswert: Das wichtigste UNO-Gremium hat den Entscheid einstimmig gefällt. Also auch mit der Stimme Russlands, der «Schutzmacht» Assads.
Der Erfolg ist ein Kompass für die Arbeit der Schweiz im Gremium in den nächsten zwei Jahren: Sie wird versuchen, weitere kleine Schritte zu ermöglichen, die für viele Menschen aber grosse und positive Auswirkungen haben.
- Die Schweiz macht sich im UNO-Sicherheitsrat bereits nützlich – Bericht von SRF-Kollege Fredy Gsteiger.
- Kann die Schweiz ihre Ideale in den UNO-Sicherheitsrat tragen? – meine Vorschau von Februar 2022auf die Schweizer Mitgliedschaft.
- Was bringt der Schweiz der Einsitz im UNO-Sicherheitsrat? – Bericht von Sibilla Bondolfi, der swissinfo.ch-Spezialistin für Aussenpolitik.
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