Heute in der Schweiz
Liebe Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer
Heute hat die 99. Ausgabe des Auslandschweizer-Kongresses in St. Gallen begonnen. Wir sind vor Ort und berichten das ganze Wochenende über den Kongress. Wie kann die politische Partizipation der Fünften Schweiz gefördert werden? Diese Frage stand in der Debatte des Auslandschweizerrats im Zentrum.
Freundliche Grüsse aus Bern
Claire Micallef
Wie kann die politische Partizipation der Fünften Schweiz gefördert werden?
227’000 Stimmen kommen bei den diesjährigen eidgenössischen Wahlen von Auslandschweizer:innen, was etwa einem Kanton der Grösse des Tessins entspricht. Allerdings bleibt ein Problem: Von diesen 227’000 Auslandschweizer:innen, die sich in einem Stimmregister eingetragen haben, nutzt nur etwa ein Viertel sein Stimm- und Wahlrecht. Die Wahlbeteiligung erreicht demnach im Verhältnis zu den fast 800’000 Auslandschweizer:innen nicht einmal 10%.
Am Jahreskongress der Auslandschweizer-Organisation (ASO) fand heute die Sitzung des Auslandschweizerrats statt. Diskutiert wurde unter anderem über die Stärkung der politischen Partizipation der Fünften Schweiz. E-Voting gelte als Schlüssel zu einer höheren Stimmbeteiligung, aber nicht nur. Weiter soll der Bund durch eine gesetzliche Verankerung verpflichtet werden, Organisationen zu unterstützen, die zur Erhöhung der politischen Partizipation beitragen.
Ein eigener Wahlkreis für Auslandschweizer:innen stand ebenfalls zur Diskussion. Dazu wurde im Juni eine Interpellation eingereicht. Je nach Antwort des Bundesrats erwägen die Grünen, einen Vorstoss mit einer konkreten Forderung einzureichen.
- Den Bericht zur Debatte von Kollege Samuel Jaberg lesen Sie hier.
Gotthard-Basistunnel: Sollen Pendler:innen entschädigt werden?
Nach der Entgleisung eines Güterzugs sollen ab dem 23. August wieder rund 90 Güterzüge pro Tag durch den Gotthard-Basistunnel verkehren, wie die Schweizerischen Bundesbahnen bekannt gaben. Der Personenverkehr führt weiter über die Panoramastrecke – und dies könnte wohl einige Monate so bleiben.
Besonders in den Kantonen Tessin und Uri wird dieser Zeitplan der SBB kritisiert. Es sei alles daran zu setzen, dass die Reparaturen beschleunigt werden, sagt der Tessiner Mitte-Nationalrat Fabio Regazzi gegenüber dem Tages-Anzeiger.
Ein schnelleres Arbeiten vonseiten der SBB fordert auch der Tessiner Verkehrspolitiker Marco Romano und schlägt eine Flugverbindung vor, einen «Flugzug» für Tessiner:innen, die täglich in die Deutschschweiz pendeln.
Weitere Stimmen wie der Verein Pro Bahn verlangen tiefere Preise, was in der Politik auf offene Ohren stösst, etwa bei den Nationalräten Bruno Storni (Sozialdemokratische Partei) oder Lorenzo Quardi (Lega dei Ticinesi).
- Den ganzen Artikel vom Tages-AnzeigerExterner Link können Sie hier lesen.
- Im Interview mit der Aargauer ZeitungExterner Link fordert auch Fabio Regazzi Geld für das Tessin vom Bund.
- Warum durch den Gotthard ein Zweiröhrentunnel gebaut wurde, erfahen Sie im Beitrag von SRFExterner Link.
Kann ein Theater zu Gerechtigkeit führen?
Was tun, wenn ein Unrecht nicht vor Gericht kommt? Mit dieser Frage sah sich der Bruno Manser Fonds konfrontiert und inszenierte den Gerichtsfall kurzerhand selbst. Die rein symbolische Veranstaltung ging der Frage nach: Wer ist schuld an der massiven Abholzung des Regenwalds im malaysischen Teil der Insel Borneo? Und: Wo ist das damit verdiente Geld hin? Im Zentrum des Tribunals stand das indigene Volk der Penan, als Zeug:innen berichteten sie von den Veränderungen in ihrer Heimat Sarawak in den letzten Jahrzehnten. Es geht um Widerstand gegen eine mechanisierte Moderne, die auf der Ausbeutung natürlicher Ressourcen basiert, ohne Rücksicht auf Umwelt, Biodiversität und einen indigenen Kultur- und Lebensraum, schreibt Kollege Giannis Mavris.
Grund für das Tribunal ist ein echter Gerichtsfall: Die Tochter von Abdul Taib Mahmud, ehemaliger Regierungschef von Sarawak und quasi der Gegenspieler von Bruno Manser, klagt auf Persönlichkeitsverletzung.
- Was hinter dieser Klage steckt und wie der inszenierte Gerichtsfall des Bruno Manser Fonds abgelaufen ist, lesen Sie hier.
- Wer war Bruno Manser? Unser Artikel aus dem Jahr 2005, nachdem Manser in der Schweiz offiziell als tot erklärt worden ist.
Eine Idee könnte die Diskussion um den Wolf etwas beruhigen.
Man nehme ein Schaf, versehe es mit wölfischen Duftstoffen und es ist vor Wolfsangriffen geschützt. So in etwa die Idee von zwei Schweizer Forschenden. Aktuell befindet sich diese Idee in der Testphase an mehreren Orten in der Schweiz und in Italien. Und obwohl noch keine voreiligen Schlüsse gezogen werden können, bei den Tests wurde bis jetzt erst ein Tier von einem Wolf angegriffen.
«Wölfe markieren ihr Territorium mithilfe von Pheromonen», sagt der Forscher Federico Tettamanti, der hinter der Idee steckt. Diese Duftstoffe würden in eine Box gepackt, die das Schaf an einem Halsband trägt. Da allerdings ein Risiko besteht, dass die Wölfe sich an den Duft gewöhnen können, wird das Rezept der Duftstoffe bei Bedarf geändert.
Aktuell fehlen noch wissenschaftliche Daten, um die Zukunft des Projekts vorauszusagen. «Der Langzeiteffekt auf die Wölfe muss erst noch erforscht werden», sagt Zoologieprofessor Marco Apollini gegenüber SRF.
- Den Artikel «Wenn das Schaf nach Wolf riecht»Externer Link lesen Sie auf SRF.
- Im Kanton Wallis wird beim Herdenschutz auf HundeExterner Link gesetzt (SRF).
SWIplus App gibt es jetzt mit mit neuen Features
Wir haben unsere App für Auslandschweizer:innen von Grund auf überarbeitet. Zu den neuen Inhalten, die Sie ab sofort in unserer App SWIplus erhalten, gehört die Swiss Film Selection, eine Auswahl an Schweizer Dokumentarfilmen von der Streaming-Plattform Play Suisse. Diese sind in unserer App exklusiv in den Sprachen Deutsch, Französisch und Italienisch erhältlich.
Zudem finden Sie in der App alle «Let’s Talk»-Sendungen, die wir im Hinblick auf die eidgenössischen Wahlen vom kommenden Oktober aufgenommen haben. Auch diese liegen in vier Sprachen vor. Diskutiert und vertieft haben wir in diesen Talks Themen wie die Neutralität, die Schweizer Lebenskosten oder das Debakel um die gefallene Grossbank Credit Suisse.
Um für Auslandschweizer:innen möglichst nützlich zu sein, haben wir auch eine umfangreiche Service-Sektion eingebaut. Sie erhalten dort die wichtigsten Antworten zu Fragen rund um Auswanderung, Rückwanderung und Auslandaufenthalt.
Speziell im Hinblick auf die Wahlen finden Sie zudem unseren Parteiencheck und exklusiv nur in der App auch die Smartvote-Profile der Parteien. Sie können darin schauen, wie diese sich bei den wichtigen Auslandschweizer-Themen positionieren.
Das Ganze kommt im neuen Design, das eine verbesserte Darstellung der Inhalte bietet. Es lohnt sich also, die App SWIplus herunterzuladen und am besten auf dem Startbildschirm Ihres Mobiltelefons zu installieren – für Ihre tägliche Portion Schweiz.
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