Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Von der Kriminalität über die Biodiversität bis zur Cybersicherheit: Gleich mehrere Themen der heutigen Schweizer Nachrichten zeigen, wo das Land weiterhin verwundbar ist.
Die Probleme sind längst bekannt, doch die aktuellen Entwicklungen machen deutlich, wie schwierig sie zu bewältigen sind.
Viel Vergnügen bei der Lektüre!
Mehr als 80% der wegen Diebstahls verurteilten Personen in der Schweiz besitzen keinen Schweizer Pass. Das ist eine der wichtigsten Erkenntnisse der neuen Strafurteilsstatistik des Bundesamts für Statistik. Im Jahr 2025 wurden hierzulande fast 8000 Personen wegen Diebstahls verurteilt.
Besonders häufig vertreten sind Personen mit algerischer und rumänischer Staatsangehörigkeit. Die Zahlen beziehen sich allerdings ausschliesslich auf Verurteilungen wegen Diebstahls und bilden nicht die gesamte Kriminalität ab.
Fast zwei Drittel der Verurteilten gehören nicht zur ständigen Wohnbevölkerung. Der Kriminologe Dirk Baier von der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) erklärt diese Übervertretung gegenüber SRF unter anderem mit dem Kriminaltourismus sowie mit Straftaten, die von einer Minderheit der Asylsuchenden begangen werden.
Die neuen Zahlen befeuern eine wiederkehrende Debatte in der Schweiz über den Zusammenhang zwischen Kriminalität und Migration. Bund und Kantone haben ihre Zusammenarbeit im Kampf gegen mehrfach straffällige Personen aus dem Asylbereich bereits verstärkt.
Ein Drittel aller Tier- und Pflanzenarten in der Schweiz ist heute vom Aussterben bedroht. Laut dem neuen «Living Planet»-Bericht von WWF ist dieser Anteil höher als in sämtlichen Nachbarländern. Als Ursachen nennt die Umweltorganisation insbesondere die intensive Nutzung von Lebensräumen, Umweltbelastungen und die Klimakrise.
Der Bericht zeigt, dass der Verlust der Biodiversität trotz des wachsenden Bewusstseins für das Problem weitergeht. WWF-Schweiz-Direktor Thomas Vellacott sagt gegenüber SRF, die Schweiz hinke insbesondere beim Schutz von Naturräumen hinterher.
Es gibt aber auch positive Entwicklungen. Die Rückkehr des Fischotters in mehrere Kantone, die Erholung der Weissstorchbestände und die Zunahme bestimmter Seeforellenpopulationen zeigen, dass gezielte Naturschutzmassnahmen Wirkung entfalten können.
Für WWF beweisen diese Beispiele, dass sich negative Entwicklungen umkehren lassen, wenn Lebensräume wiederhergestellt und besser geschützt werden. Der Bericht versteht sich deshalb sowohl als Warnsignal als auch als Aufruf zum Handeln.
Die Schweizer scheinen bei der FIFA auf den Geschmack der Macht gekommen zu sein. Nach Sepp Blatter und Gianni Infantino will nun auch der ehemalige Nationalspieler Ramon Vega die Führung des Weltfussballverbands mit Sitz in Zürich übernehmen. Er hat angekündigt, für das FIFA-Präsidium kandidieren zu wollen.
Der frühere Verteidiger der Schweizer Nationalmannschaft, der unter anderem für Tottenham spielte, wechselte nach seiner Fussballkarriere in die Finanzbranche. Der Geschäftsmann will nach eigenen Angaben «die weltweite Fussballfamilie wieder vereinen» und das Vertrauen in die FIFA wiederherstellen. Vega hatte früher schon eine Kandidatur angestrebt, konnte damals aber nicht die nötige Unterstützung gewinnen.
Seine Kandidatur kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Gianni Infantino die bislang schwierigste Phase seiner Präsidentschaft durchlebt. Kritisiert wird er insbesondere für seinen gescheiterten Plan, bestimmte kommerzielle Aktivitäten der FIFA für private Investoren zu öffnen. Auch seine demonstrative Nähe zu US-Präsident Donald Trump hat bei mehreren Fussballverbänden Fragen aufgeworfen.
Zahlreiche internationale Medien haben über die Kandidatur berichtet. Sie zeigt, dass sich der Widerstand gegen Gianni Infantino zunehmend offen formiert. Ob aus dieser Unzufriedenheit beim FIFA-Kongress im März 2027 in Marokko tatsächlich eine ernsthafte Gegenkandidatur wird, bleibt abzuwarten.
Erneut sind sensible Daten aus dem Umfeld der Bundesverwaltung in falsche Hände geraten. Publica, die Pensionskasse des Bundes, hat bestätigt, dass bei einem Cyberangriff auf einen ihrer IT-Dienstleister Daten von Versicherten und Rentenbezüger:innen abgeflossen sind.
Nach bisherigen Erkenntnissen könnten darunter Namen, Adressen, AHV-Nummern, Löhne, Vorsorgeguthaben sowie bestimmte Angaben zu Ehepartner:innen oder Lebenspartner:innen sein. Potenziell sind mehr als 110’000 Personen betroffen. Die Vorsorgeguthaben selbst sollen jedoch nicht gefährdet sein.
Der Fall unterscheidet sich von anderen Cyberangriffen wegen der besonders sensiblen Daten, die betroffen sind. Die gestohlenen Informationen könnten unter anderem für Identitätsdiebstahl oder andere Betrugsversuche missbraucht werden. Eine Untersuchung wurde eingeleitet. Die Behörden raten den Betroffenen zu erhöhter Wachsamkeit.
Der Vorfall weckt Erinnerungen an den Xplain-Datenklau, bei dem Hacker bereits über einen externen Dienstleister Zugang zu Bundesdaten erlangt hatten. Trotz der seither beschlossenen Sicherheitsmassnahmen entfacht dieses neue Datenleck die Debatte über den Schutz sensibler Informationen bei IT-Partnern der Bundesverwaltung erneut.
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