The Swiss voice in the world since 1935
Eine Person bedient einen Laptop

Heute in der Schweiz

Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland

Ich veranstalte dieses Wochenende mein erstes Pub-Quiz, und das heutige Briefing hat mir viele Ideen für mögliche Fragen geliefert.

Zum Beispiel: Wie hoch waren die durchschnittlichen monatlichen Krankenkassenprämien in der Schweiz im Jahr 2000? Die Antwort lautet 177 Franken, inflationsbereinigt. Heute liegen die durchschnittlichen Kosten bei 412 Franken. Während die steigenden Gesundheitskosten vielen Haushalten Mühe bereiten, rechnen auch zahlreiche Kantone mit Defiziten in ihren Budgets für 2027. Fachleute warnen, dass sich die Lage im 2028 weiter verschärfen dürfte.

Während ich diese Einleitung schreibe, habe ich diese Frage gedanklich schon von der Pub-Quiz-Liste gestrichen. Nichts drückt die Stimmung schneller als das Thema Geld, besonders wenn es daran mangelt.

Sonnige Grüsse aus Bern

Porträt-Fotos von Todesopfern eines verheerenden Brands, angeklebt an die verbarrikadierte Aussenwand einer Bar
Porträts der 41 jungen Todesopfer des Brands in der Neujahrsnacht sind am Eingang der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana ausgestellt. Keystone / Jean-Christophe Bott

Mehr als neun Monate nach der Brandkatastrophe von Crans-Montana ist weiterhin unklar, wer die Rechnung über 1,5 Millionen Franken für die medizinische Versorgung der italienischen Verletzten in Schweizer Spitälern begleichen soll.

Ein internationales Abkommen zwischen europäischen Ländern regelt normalerweise, welches Land für die Kosten einer im Ausland erhaltenen medizinischen Behandlung aufkommen muss. Gemäss diesem Abkommen würde normalerweise das Wohnsitzland der betroffenen Person die Kosten tragen. Italien hat jedoch wiederholt erklärt, nicht zahlen zu wollen, so dass der Bundesrat nicht weiss, wie die Rechnung beglichen werden soll. Insgesamt wurden nach dem Brand zwölf italienische Opfer unterschiedlich lange in Schweizer Spitälern behandelt.

Auch in der Schweizer Politik gehen die Meinungen auseinander: Die grünliberale Parlamentarierin Céline Weber sagt, der Bundesrat solle sich strikt an das internationale Abkommen halten. «Solche Abkommen gelten nicht nur, wenn es gut läuft, sondern auch, wenn es leider zu Problemen kommt. Ich erwarte, dass sich Italien an die mit der Schweiz unterzeichneten Abkommen hält», sagte Weber dem Westschweizer Sender RTS.

Die sozialdemokratische Parlamentarierin Laurence Fehlmann Rielle hingegen findet, angesichts der Schwere des Vorfalls solle die Schweiz die Kosten übernehmen und damit «ein klares Zeichen setzen und Verantwortung für die Opfer übernehmen».

Eine Person händigt einer anderen Person eine Versicherungskarte aus, auf der Theke lieben mehrere Medikamentenpackungen
Während einige Kantone für 2027 einen Überschuss budgetiert haben, warnen Expertinnen und Experten, dass Änderungen im Gesundheitssystem die Kantonsbudgets 2028 zusätzlich belasten könnten. Keystone / Christian Beutler

Die steigenden Gesundheitskosten belasten nicht nur die Haushaltsbudgets der Schweizerinnen und Schweizer, sondern auch die Finanzen der Kantone. Rund die Hälfte der Kantone rechnet für das nächste Jahr mit einem Defizit.

Unter den Kantonen, die ihre Budgets für 2027 bereits eingereicht haben, werden die grössten Defizite in Genf mit 546 Mio. Franken und im Kanton Waadt mit geschätzten 356 Mio. Franken erwartet. Die Kantone Zug, Bern und Zürich haben hingegen Überschüsse von 291 Mio. Franken, 269 Mio. Franken bzw. 207 Mio. Franken eingeplant.

Doch obwohl diese Zahlen auf den ersten Blick vielversprechend wirken, ist der längerfristige finanzielle Ausblick laut dem SRF weniger positiv. 2028 soll ein neues Finanzierungssystem für ambulante und stationäre Gesundheitsleistungen eingeführt werden. Dieses verpflichtet die Kantone, sich an den Kosten ambulanter Behandlungen zu beteiligen. Zudem müssen die Kantone seit Jahresbeginn infolge des indirekten Gegenvorschlags zur Prämienentlastungsinitiative mehr zu den Prämienverbilligungen beitragen. Der Bund schätzt, dass dies jährlich zusätzliche Kosten von 350 Mio. Franken verursachen wird. Bis 2030 dürften sich diese Kosten der Milliardengrenze annähern.

Ernst Stocker, Präsident der Finanzdirektorenkonferenz, geht davon aus, dass dies «erhebliche Auswirkungen auf die Finanzplanung» haben wird. Die Zahlen sind allerdings noch nicht endgültig, da die Budgets noch von den Kantonsparlamenten genehmigt werden müssen.

Mehrere Frauen arbeiten in einem modernen Büro an Computern
Zürich führte in der Schweiz bei den KI-bezogenen Stellenausschreibungen mit 2181 offenen Stellen, was 45 % aller ausgeschriebenen KI-Positionen entspricht. Keystone / Gaetan Bally

Zwischen Juli 2025 und Juni 2026 wurden auf Schweizer Jobportalen fast 5000 KI-bezogene Stellen ausgeschrieben, was einem Anstieg von 32% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Überraschenderweise befanden sich die meisten dieser offenen Stellen jedoch nicht bei grossen Technologieunternehmen. Vielmehr trieben kleine und mittlere Unternehmen (KMU) diesen Boom besonders stark an.

Eine gestern veröffentlichte Studie der Hochschule Luzern zeigt, dass KMU für 76% des Anstiegs der KI-Stellenausschreibungen verantwortlich waren. Auch im öffentlichen Sektor nahm die Zahl der KI-bezogenen Stellen zu. «Das Wachstum von KI-Jobs im öffentlichen Sektor deutet darauf hin, dass Politik und Verwaltung ihr Vertrauen in KI als Zukunftstechnologie stärken», wird Studienautor Curdin Derungs in der Pressemitteilung zitiert.

Mit 2181 ausgeschriebenen Stellen lag Zürich regional klar an der Spitze, was 45% aller KI-Positionen entspricht. Das überrascht kaum, da im Kanton grosse globale Technologieunternehmen wie Google, Meta und Anthropic ansässig sind. Auf Zürich folgten Genf mit rund 620 und Bern mit rund 590 Stellen. Berufsbezeichnungen wie «Machine Learning Engineer» und «Data Engineer» machen fast 40% aller offenen Stellen aus.

Doch nicht alle profitieren von der gestiegenen Nachfrage nach Fachkräften. So nahm die Zahl der Stellen für erfahrene Fachkräfte um 42% zu, während der Markt für frisch diplomierte Berufseinsteigerinnen und -einsteiger weiterhin schwierig bleibt. Nur 5% der ausgeschriebenen Stellen waren unbefristete Junior-Positionen.

Ein junger Mann in einem offiziellen Fussballdress
Granit Xhaka, Captain der Schweizer Fussballnationalmannschaft und des englischen Premier-League-Klubs Sunderland, hat die Verantwortung dafür übernommen, ein gefälschtes Covid-19-Impfzertifikat beschafft zu haben. Keystone / Jean-Christophe Bott

Der Captain der Schweizer Fussballnationalmannschaft Granit Xhaka ist zu einer bedingten Geldstrafe verurteilt worden, weil er sich im Sommer 2022 ein gefälschtes Covid-19-Impfzertifikat beschafft hatte, um in die Vereinigten Staaten einreisen zu können.

Die bedingte Strafe beläuft sich auf 50 Tagessätze zu je 3000 Fr. (150’000 Fr.) und wird nur vollzogen, falls Xhaka während der zweijährigen Probezeit erneut straffällig wird.

Letzten Monat wurde bekannt, dass sich Xhaka ein gefälschtes Covid-19-Impfzertifikat beschafft hatte, um in die USA einzureisen. Der 33-jährige Fussball-Captain gab das Fehlverhalten zu und entschuldigte sich öffentlich.

In einem Instagram-Beitrag schrieb Xhaka an seine Follower, er habe damals «erhebliche Bedenken gegenüber der Covid-19-Impfung» gehabt und «tiefes Misstrauen gegenüber dem Impfstoff empfunden» und sei «von Angst und Unsicherheit erfasst» gewesen. Er räumte ein, einen Fehler gemacht zu haben, indem er sich ein Impfzertifikat beschaffte, anstatt «meine offenen Fragen auf dem ordentlichen Weg zu klären».

Nach dem Entscheid erklärte der Fussballer, er übernehme die Verantwortung für sein Handeln. Er bestätigte, der Staatsanwaltschaft eine vollständige Aussage gemacht, die Gerichtskosten bezahlt und das Urteil akzeptiert zu haben.

Welche Konsequenzen der Entscheid für Xhakas Fussballerkarriere haben wird, ist noch unklar. «Wir haben die Mitteilung über den Entscheid der Staatsanwaltschaft erhalten», teilte der Schweizerische Fussballverband der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mit.

Beliebte Artikel

Meistdiskutiert

In Übereinstimmung mit den JTI-Standards

Mehr: JTI-Zertifizierung von SWI swissinfo.ch

SWI swissinfo.ch - Zweigniederlassung der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft

SWI swissinfo.ch - Zweigniederlassung der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft