Bericht: Sicherheitskraft bei Protesten im Iran getötet
Bei den Protesten im Iran haben Staatsmedien den Tod einer paramilitärischen Sicherheitskraft gemeldet. Ein Mitglied der Basidsch-Einheiten sei bei Zusammenstössen mit Demonstranten in der westlichen Provinz Lorestan ums Leben gekommen, meldete der staatliche Rundfunk.
(Keystone-SDA) Weitere Männer seien verwundet worden, hiess es ohne konkrete Zahlen oder Angaben. In einer Mitteilung war die Rede von einer «plötzlichen und gewaltsamen Tat opportunistischer, dem Feind angeschlossener Elemente».
Bei den Demonstrationen kommt es zunehmend zu Gewalt. In der Hauptstadt Teheran gibt es laut Augenzeugenberichten in mehreren Vierteln massive Präsenz von Staatskräften. Mit Tränengas und Wasserwerfern gehen sie selbst gegen kleinste Versammlungen vor.
Ähnliche Szenen sollen sich auch in anderen Städten abspielen. In der südlichen Provinz Fars sollen Sicherheitskräfte laut der Menschenrechtsorganisation Hengaw mit scharfer Munition auf Protestteilnehmer geschossen haben.
Wie die Regierung auf die Proteste reagiert
Die zunächst gegen die Wirtschaftspolitik der Regierung gerichteten Demonstrationen entwickelten sich wie bei den Protestwellen in den vergangenen Jahren rasch zu politischen Aufständen mit scharfen Parolen gegen das islamische Herrschaftssystem.
Präsident Massud Peseschkian rief die Demonstranten dazu auf, ihre Proteste zu beenden. Er versprach erneut wirtschaftliche Reformen und kündigte deren baldige Umsetzung an. Wie sich die Proteste weiter entwickeln, ist noch völlig unklar.