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Berner Stadtrat macht Druck bei Rasensportplätzen

Keystone-SDA

Der Berner Stadtrat will sicherstellen, dass die Rasensportstrategie nicht zum Papiertiger verkommt. In der Gemeindeordnung soll festgeschrieben werden, dass die Kapazität an Rasensportplätzen innerhalb von zehn Jahren um mindestens 8000 jährliche Nutzungsstunden ausgebaut wird.

(Keystone-SDA) Mit 47 zu 19 Stimmen hat sich das Parlament am Donnerstag für einen entsprechenden Gegenvorschlag zur Rasensport-Initiative ausgesprochen. Die zweite Lesung steht noch aus. Bleibt der Stadtrat bei seiner Haltung, sind die Initianten bereit, ihr Begehren zurückzuziehen. Dann käme einzig der Gegenvorschlag vors Volk.

Dass es in Bern zu wenig Rasensportfelder gibt, ist unbestritten. Weil die Bevölkerungszahl weiter zunehmen wird und Frauenfussball immer beliebter ist, wird der Bedarf voraussichtlich weiter wachsen. Die städtische Rasensportstrategie von 2024 sieht deshalb vor, insgesamt 12’000 zusätzliche Nutzungsstunden zu schaffen.

Laut Initiativtext soll diese Zahl als verbindliche Grösse in die Gemeindeordnung aufgenommen werden. Der Gemeinderat hält das für nicht stufengerecht. Er möchte in der Verfassung der Stadt bloss verankern, dass «ein bedarfsgerechtes Angebot» bereitgestellt wird.

«Vereine ernst nehmen»

In der Debatte vom Donnerstag wurde deutlich, dass sich die Mehrheit des Parlaments damit nicht zufriedengeben will. «Wir haben die Anliegen der Sportvereine gehört, jetzt müssen wir zeigen, dass wir sie ernst nehmen», sagte etwa Corina Liebi namens der GLP/EVP-Fraktion.

Strategien könnten in der Schublade verschwinden, argwöhnte Carola Christen (GFL). Mit einer griffigen Formulierung in der Gemeindeordnung lasse sich das vermeiden.

Als mehrheitsfähig erwies sich der Antrag von GLP/EVP, GFL, Mitte und SVP, die Zahl von 8000 zusätzlichen Nutzungsstunden in den Gegenvorschlag aufzunehmen. So werde das Anliegen der Initiative erfüllt, und zugleich gebe es Raum für künftige Entwicklungen und Bedürfnisse, sagte etwa Lea Schweri (GB/JA).

Auch die FDP stellte sich hinter den Antrag. Das sei ein «guter, fairer und umsetzbarer Kompromiss», sagte Béatrice Wertli namens der Mitte-Fraktion.

«Sparpolitisches Manöver»

Widerstand kam einzig von der SP/Juso-Fraktion. Der Kompromiss sei eher ein sparpolitisches Manöver, sagte Sprecherin Monique Iseli. Die SP stehe geschlossen hinter der Strategie mit den 12’000 zusätzlichen Stunden und sehe nicht ein, warum man die Zahl herunterschrauben sollte. Dass das Ziel tatsächlich umgesetzt werde, sei im übrigen Aufgabe des Gemeinderats und des Stadtrats.

In der Sache seien sich Gemeinderat und Parlament einig, stellte Sportdirektorin Ursina Anderegg (GB) fest. Die Umsetzung der Strategie sei im Gang. Sie sei aus finanzpolitischer Sicht herausfordernd, aber machbar. Die nötigen Mittel seien weitgehend im Investitionsplan eingestellt.

Umsetzung geht ins Geld

Die städtische Rasensportstrategie sieht eine Reihe von Massnahmen vor, um die bestehenden 30 Plätze besser auszulasten. Diese verfügen heute über eine Kapazität von 45’000 jährlichen Nutzungsstunden. Die Umsetzung der geplanten Massnahmen bedingt Investitionen von rund 50 Millionen Franken.

Geplant ist unter anderem, Naturrasenplätze durch belastbarere Kunstrasenplätze zu ersetzen. Geeignete Rasenplätze auf Schulanlagen sollen stärker belegt werden. Weiter soll die Trainingskapazität durch Beleuchtung erhöht werden, weil dadurch am Abend länger trainiert werden kann.

YB-Projekt entlastet Stadt

Wie viele Naturrasenplätze in Kunstrasenplätze umgewandelt werden, hängt auch vom Projekt des BSC Young Boys ab. Dieser will bekanntlich einen Fussballcampus auf dem Gemeindegebiet von Bolligen und Ostermundigen errichten.

Dadurch würden die Stadtberner Plätze entlastet, sagte Ursina Anderegg im Rat. Die Stadt habe aber auch einen Plan B für den Fall, dass der Campus nicht wie geplant realisiert werden könnte.

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