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PEKING (awp international) - Erstmals steht eine chinesische Staatsbank vor der Übernahme eines amerikanischen Finanzinstituts. Im Zuge ihrer globalen Expansion kauft die Industrial and Commercial Bank of China (ICBC) 80 Prozent des US-amerikanischen Arms der Bank of East Asia, wie beide Banken am Montag in Hongkong berichteten. Der Kaufpreis wurde mit 140 Millionen Dollar angegeben.
Die ICBC steigt damit erstmals in den USA in das Kredit- und Einlagengeschäft mit kleinen und mittelgrossen Unternehmen sowie Privatkunden ein. Die Übernahme muss allerdings noch von den amerikanischen Aufsichtsbehörden genehmigt werden.
"Der Erwerb einer Mehrheitsbeteiligung an der Bank ist ein wichtiger Bestandteil unserer Globalisierungsstrategie", teilte die ICBC mit. Der Kauf biete "eine solide Plattform, um das Filialnetz in den USA auszubauen". Der bislang beispiellose Kauf der Mehrheit einer amerikanischen Bank durch ein chinesisches Kreditinstitut sei "strategisch bedeutend", wurde ICBC-Chef Jiang Jianqing zitiert. Mit einer amerikanischen Bankenlizenz könne sein Haus seine Präsenz in den USA ausbauen und letztendlich seine Marktposition verbessern.
Die Vereinbarung war schon am Rande des USA-Besuchs von Chinas Staats- und Parteichef Hu Jintao in Chicago unterzeichnet worden, wurde aber erst jetzt bekannt. Der Einstieg ins US-Kundengeschäft wird auf den Finanzmärkten als Signal gewertet, dass auch weitere chinesische Banken versuchen werden, sich in den USA stärker auszubreiten. Die ICBC, die im Oktober 2008 ihre erste Zweigstelle in New York eröffnet hat, übernimmt 13 Filialen der Bank of East Asia in New York und Kalifornien.
Um auf dem nordamerikanischen Markt Fuss zu fassen, hatte die ICBC 2009 schon 70 Prozent des kanadischen Arms der 1918 gegründeten und in Hongkong ansässigen Bank of East Asia gekauft. Die chinesische Grossbank ist weltweit auf Expansionkurs - auch in Europa. Mitte Januar hatte die ICBC fünf Niederlassungen in Europa eröffnet, darunter in Paris, Brüssel und Madrid. Auch in London, Frankfurt und Luxemburg betreibt sie Filialen. Sitz der ICBC Europe ist Luxemburg.
Nach ihrem Börsengang 2006 hatte die zu 70 Prozent staatlich kontrollierte chinesische Bank mit dem Ausbau ihres internationalen Geschäfts begonnen. Sie übernahm Mehrheiten in Geldhäusern in Indonesien und Macao. In einer der grössten chinesischen Auslandsinvestitionen kaufte die ICBC auch 2007 ein Fünftel der südafrikanischen Standard Bank Group für gut fünf Milliarden Dollar. In China hat die 1984 gegründete Grossbank mit rund 390.000 Beschäftigten gut 16.000 Filialen. Im Ausland sind es rund 200./lw/bbi/DP/tw

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