Mehr Fälle von Cyberkriminalität und häuslicher Gewalt in Luzern
Die Kantonspolizei Luzern hat 2025 deutlich mehr Fälle von Cyberkriminalität und häuslicher Gewalt registriert. Die Anzahl Verkehrsunfälle und Straftaten blieb in etwa gleich hoch wie im Vorjahr.
(Keystone-SDA) Die Fallzahlen der Cyberkriminalität sind seit 2020 kontinuierlich angestiegen, wie Jürg Wobmann, Chef der Kriminalpolizei, am Montag anlässlich der Präsentation der Kriminalstatistik vor den Medien sagte. Pro Jahr beträgt der Zuwachs rund 30 Prozent. «Die Cyberkriminalität ist ein Sorgenkind», so Wobmann. Die digitalen Delikte ersetzen bestehende Straftaten nicht, sondern kommen zusätzlich hinzu, sagte der Kripo-Chef.
2025 registrierte die Luzerner Polizei 21’806 Straftaten. Im Vergleich zum Vorjahr (22’232) ist dies ein leichter Rückgang, wie die Polizei am Montag mitteilte. Gleichzeitig nahm die Zahl der schweren Gewaltstraftaten im vergangenen Jahr zu, wie die Polizei mitteilte.
Mehr Todesopfer auf Luzerner Strassen
2025 ereigneten sich im Kanton Luzern 2089 Verkehrsunfälle. Gegenüber dem Vorjahr (2079 Fälle) ist diese Zahl nahezu unverändert. Die Zahl der Todesopfer hat sich mit 14 Fällen jedoch verdoppelt (Vorjahr: 7 Fälle). Gleichzeitig sank die Zahl der Schwerverletzten von 203 auf 183.
Auffällig stark stiegen die Unfälle mit E-Bikes, wie die Strafverfolgungsbehörden mitteilten. Die Unfälle stiegen um über 20 Prozent, wie Pius Ludin, Chef Sicherheits- und Verkehrspolizei, sagte. Als möglichen Grund nennt die Polizei in ihrem Geschäftsbericht die zunehmende Nutzung von E-Bikes.
Die Zahl der verletzten Fussgängerinnen und Fussgänger stieg 2025 leicht auf 111 Verunfallte (2024: 107).
«Häusliche Gewalt ist ein gesellschaftliches Problem»
Auch die Fälle häuslicher Gewalt nahmen zu: Die Polizei verzeichnete 44 Prozent mehr Wegweisungen als im Vorjahr. «Häusliche Gewalt ist ein gesellschaftliches Problem», sagte Ludin. Zudem sei die Dunkelziffer «sehr hoch.»
Die Polizei hat aus diesem Grund angekündigt, eine Fachstelle Häusliche Gewalt einzurichten. Damit sollen Prävention und Weiterbildung für Fachpersonen gestärkt werden, hiess es weiter.
Insgesamt leistete die Polizei 2025 über 57’600 Einsätze. Bei dringenden Notfällen traf die erste Patrouille im Schnitt nach 9,6 Minuten am Einsatzort ein, wie es hiess.
Signifikant mehr Vergewaltigungsfälle
Im vergangenen Jahr registrierte die Polizei deutlich mehr Vergewaltigungsfälle: 68 gegenüber 36 im Vorjahr. Ursachen seien unter anderem die Revision des Sexualstrafrechts («Nein heisst Nein»), die 24-Stunden-Gesellschaft und eine stärkere Sensibilisierung, sagte Wobmann. Justiz- und Sicherheitsdirektorin Ylfete Fanaj (SP) zeigte sich dennoch erschreckt über die Zahl.
Zudem fokussiert die Kriminalpolizei auf die organisierte Kriminalität. 2025 setzte sie eine Taskforce gegen Missbräuche im Spezialgewerbe ein. Dazu gehören Barbershops, Shisha-Lounges, Nagel- und Massagestudios.
Im zweiten Halbjahr führten die Einsatzkräfte rund 200 Kontrollen in diesem Gebiet durch und stellten zahlreiche Verstösse fest. «Die Bedrohung durch die organisierte Kriminalität wird weiter zunehmen», erklärte Wobmann. Es gebe Hinweise auf «clanartige Strukturen».