Bella-Tola-Gletscher weggeschmolzen: Weitere dürften folgen
Der Bella-Tola-Gletscher im Wallis ist offenbar verschwunden. Er ist nicht der erste und wird nicht der letzte sein.
Vom Gletscher Bella Tola oberhalb von Saint-Luc im Wallis sind offenbar nur noch wenige Schneefelder übrig. Der Gletscher auf 3025 Metern über Meer sei also weggeschmolzen. Das meldet die Zeitung Le NouvellisteExterner Link und zeigt Bilder, die der Redaktion zugeschickt wurden.
Matthias Huss, Glaziologe und Leiter des Schweizerischen Gletschermessnetzes GLAMOS, sagt auf Anfrage, er könne das Verschwinden des Bella-Tola-Gletschers nicht unabhängig bestätigen. Auf dem Bild aus dem Medienbericht sei dies auch nicht eindeutig zu erkennen. Es sei aber durchaus wahrscheinlich, dass der Gletscher in diesen Tagen ganz verschwunden ist: «Der Bella-Tola-Gletscher war schon seit fünf Jahren kein aktiver, gesunder Gletscher mehr. Gemäss unserem letzten Inventar 2023 hatte er noch eine Fläche von sieben Fussballfeldern.»
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Den Tod eines Gletschers eindeutig festzustellen, ist gemäss dem Glaziologen nicht ganz einfach. «Ein Gletscher wird kleiner und kleiner und wird von Schutt und Steinen bedeckt», sagt Matthias Huss. Irgendwann sei es kaum mehr erkennbar, was noch Gletscher ist und was Toteis, also losgelöstes Eis, das nicht mehr mit dem aktiven Gletscher verbunden ist und sich nicht mehr bewegt.
Wenn der Gletscher weniger als eine Hektare misst, werde er nicht mehr ins Inventar aufgenommen. Erst in ein paar Jahren, wenn das nächste Gletscher-Inventar vorliegt, könne man final feststellen, ob der Gletscher verschwunden ist.
Schlechte Zwischenbilanz
Die Gletscher sind in diesem Jahr bereits schlecht vorbereitetExterner Link in den Sommer gestartet. Zum Winterende lag wenig Schnee auf den Gletschern. Auch der April war warm und trocken, teils hat die Gletscherschmelze da schon begonnen.
Das RekordjahrExterner Link der Gletscherschmelze war bislang das Jahr 2022. Damals gingen gemäss der Akademie der Wissenschaften SCNAT über sechs Prozent des Eisvolumens verloren. Ob dieser Rekord aus dem Jahr 2022 in diesem Jahr übertroffen wird, könne man noch nicht sagen, so Matthias Huss. Klar ist aber: Die Zwischenbilanz für die Gletscher in diesem Sommer sieht schlecht aus.
«Es ist sehr wahrscheinlich, dass in diesem Sommer mehrere Dutzend Gletscher ganz verschwinden», sagt Matthias Huss. Welche das sind, sei jedoch schwierig zu sagen. Verschiedene lokale Faktoren wie Schatten, Lawinen und die Schuttbedeckung würden eine Rolle spielen. Grundsätzlich seien die kleinsten Gletscher jene, die als erstes verschwinden. Die Gletschergrösse ist damit wichtiger als seine Lage.
Der Bella-Tola-Gletscher im Wallis ist denn auch bei Weitem nicht der erste verschwundene Gletscher. Für viel Aufmerksamkeit sorgte vor rund sieben Jahren der Tod des Pizol-GletschersExterner Link. Umweltorganisationen haben damals eine Gedenkfeier für den Gletscher veranstaltet.
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Bereits rund 1’000 Gletscher verschwunden
Viele kleine Gletscher haben seither und auch davor bereits dasselbe Schicksal erlitten. Gemäss Matthias Huss sind seit 1970 etwa 1’000 Gletscher verschwunden: «Nur schon in den Jahren zwischen 2016 und 2023 haben wir 160 Gletscher verloren.» Viele seien klein und tragen teils nicht mal einen Namen. Der Bella-Tola-Gletscher hingegen habe eine gewisse Bekanntheit und wurde regelmässig vermessen. Auch dadurch dürfte das Verschwinden des Bella-Tola-Gletschers für etwas mehr Aufsehen sorgen.
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