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Die Schweiz wählt

Update: Wir haben hier die ersten Hochrechnungen und Analysen für Sie zusammengetragen

Die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger in der Schweiz haben heute ihr neues Parlament gewählt. Wir bieten Ihnen hier einen umfassenden Überblick zum aktuellen Stand und Analysen unserer Experten. Eines steht fest: Es bleibt spannend. 

Liebe Grüsse aus Bern

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In Kantonen und Gemeinden läuft die Auszählung der Wahlzettel. Laut Hochrechnungen gewinnen Grüne und Grünliberale dazu. Die Grünen könnten sogar besser abschneiden als erwartet. Hier finden Sie die aktuellen Ergebnisse.

Bei den Wahlen geht es um die 200 Volksvertreterinnen und -vertreter im Nationalrat und 45 Mitglieder des Ständerats. Der Kanton Appenzell Innerrhoden wählte seinen Standesvertreter bereits an der Landsgemeinde im April.

Noch nie gab es so viele Kandidierende für den Nationalrat, die grosse Kammer des Parlaments, wie 2019: über 4600 Personen hoffen auf die 200 Sitze. 67 dieser Politikerinnen und Politiker leben im Ausland, ein grosser Teil davon in Deutschland. 

Rund 5,3 Millionen Bürgerinnen und Bürger sind zur Teilnahme an den Parlamentswahlen berechtigt, dazu gehören auch ungefähr 180'000 Auslandschweizerinnen und -schweizer. 

Es gibt zehn Prozent mehr stimmberechtigte Frauen als Männer. Trotzdem sind Frauen in der Politik in der Minderheit – von den Kantonen bis in den Bundesrat. Wir haben nach den  möglichen Gründen gesucht.

Tausende von Jugendlichen haben im vergangenen März auf den Strassen von Lausanne für das Klima demonstriert und die Politik zum Handeln aufgerufen. © Keystone / Jean-christophe Bott

Die Schweiz wird nach den heutigen Wahlen wahrscheinlich grüner und linker sein, wie das letzte Wahlbarometer rund zehn Tage vor dem Urnengang zeigt. 

Die spannendste Frage für viele ist, ob die Grünen die CVP überholen werden. Die Grünen und die Grünliberalen waren die Gewinner der letzten kantonalen Wahlen. Die Schweizerische Volkspartei dagegen, landesweit die stärkste Partei, musste auf Kantonsebene stark Federn lassen.

Insgesamt wird sich das Machtgleichgewicht allerdings kaum verändern. Das Parlament wird traditionell von vier Hauptparteien dominiert. Im Rahmen einer langjährigen Vereinbarung teilen sich diese Parteien die sieben Sitze in der Regierung.

Mit Blick auf den Ständerat sind in mehreren Kantonen Stichwahlen wahrscheinlich, weil die Kandidaten möglicherweise keine absolute Mehrheit  gewinnen. Wo nötig, wird eine zweite Wahlrunde im November stattfinden.

Am 11. Dezember wird das neue Parlament dann die Regierungsmitglieder für einen Zeitraum von vier Jahren wählen – und in aller Regel bestätigen.

Die globale Klimadebatte ist den Auslandschweizerinnen und Auslandschweizern ein besonderes Anliegen. Umfragen deuten auf einen einen Linksruck. 

Die anderen wichtigsten politischen Herausforderungen bleiben die gleichen wie bei früheren Wahlbarometern: Krankenkassenprämien, Beziehungen zur EU und die Rentenreform.

180'000 Auslandschweizerinnen und -schweizer sind in einem Stimmregister eingetragen. Die Schweizer Diaspora hat damit ein politisches Gewicht, das dem eines mittelgrossen Kantons entspricht

Kandidaturen im Ausland haben massiv zugenommen, aber die Chancen auf einen Sitz im Parlament sind weiterhin gering

Für die Bürgerinnen und Bürger ist es oft unmöglich, zu wissen, wer die Kosten für Parteien und Kandidierende bei Parlamentswahlen in der Schweiz trägt (hier die Kampagne 2015). Diese Undurchsichtigkeit wird im Ausland regelmässig kritisiert. Dominic Steinmann/Keystone

Persönliche Angriffe, gruselige Plakate, öffentliche Debatten, auf Tuchfühlung mit der Bevölkerung, Facebook-Werbung mit neuer Bedeutung: Der Wahlkampf hat einige Highlights zu bieten – was noch immer intransparent ist, ist die Wahlkampffinanzierung. 

Der Wahlkampf war grundsätzlich ruhig. Aber es gab zwei Tiefpunkte: Ein Plakat der Schweizerischen Volkspartei (SVP) zeigte einen roten Apfel, der von fressenden Würmern - den anderen Parteien - durchlöchert wird und die Christlichdemokratische Volkspartei (CVP) griff Kandidierende anderer Parteien über Google an, indem sie die User und Userinnen auf die Profile der eigenen Kandidierenden führte.

Die Schweiz ist in Sachen Wahlkampf-Transparenz eine Dunkelkammer. Als Bürgerin oder Bürger ist es kaum nachzuvollziehen, wer die Parteien sowie die Kandidatinnen und Kandidaten finanziert und in welchem Ausmass. Unsere Kollegen bei RTS haben die Parteien gefragt, wie viel Geld sie in die Wahlen investierten: Mehr als 25 Millionen Franken wurden offengelegt. Die Transparenz nimmt bei allen Parteien zu, ausser bei der SVP.

Etwas war neu in diesem Wahlkampf: Auf Facebook liess sich erstmals nachverfolgen, wie viel Geld Parteien für Werbung ausgeben. In der sogenannten "Facebook-Ad-Library" haben die Parteien (alle ausser die SVP) ihre Ausgaben für ihre Facebook-Werbung deklariert, wie SRF Data berichtete. Allerdings mit Vorbehalten. 

Facebook, Twitter und Instagram ist bei allen grossen Parteien im Vergleich zu 2015 wichtiger geworden, die Präsenz ist auf den sozialen Meiden ist selbstverständlich. Die SVP hat grösste Reichweite auf Facebook, die SP auf Twitter. Trotzdem sind die grossen Parteien noch immer zurückhaltend, was ihre Präsenz in den Sozialen Medien angeht. 

Keystone / Str

Wollen Sie noch mehr wissen? Sehen Sie die aktuellen livestreams von SRF auf deutsch, RTS auf französisch und RSI auf italienisch an, in unserem Überblick. Und wir bieten Ihnen noch einen Rückblick in die Geschichte. 

Wir haben die Ergebnisse seit 1971 auf einen Blick zusammengetragen und hier sehen sie Bilder aus vergangenen Wahlen. De facto gibt es das Frauenstimmrecht aber erst seit 45 Jahren. Der Weg dorthin war steinigund er dauerte über 100 Jahre.

Exakt vor 100 Jahren hat ein Erdbeben die Schweizer Politlandschaft erschüttert und für immer verändert: Bei den Parlamentswahlen 1919 beendeten die Stimmbürger die Vorherrschaft der radikalen Staatsgründer.

Hier nun zu der Live-Berichterstattung der anderen SRG-Einheiten. (Keine Lust auf Fernsehen? In unserem ausführlichen Wahldossier finden Sie aktuelle Berichte, Analysen und Reaktionen.)

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